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Vergiss Gold! Aktien sind der bessere „sichere Hafen“

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Gold
Gold

Gold war der Liebling der Coronakrise. In US-Dollar gemessen verteuerte sich das Edelmetall zwischen April und August 2020 um über 40 %.

Das war die lang ersehnte Rache des Klassikers, der in den letzten Jahren fast in Vergessenheit geriet. Doch ein Ende der Krise ist abzusehen. Die Mainzer Biotech-Spezialisten von BioNTech haben anscheinend einen Impfstoff entwickelt, der einen zuverlässigen Schutz gegen das Coronavirus bieten kann.

Hat nun auch das Goldfieber ein Ende? Es scheint fast so. Am Tag der Impfstoff-Neuigkeit fiel der Goldpreis um über 5 %. Aus meiner Sicht ist das kein Verlust. Denn Aktien sind ohnehin der weitaus bessere „sichere Hafen“.

Wiederholt sich das Drama von 2011?

Mittlerweile ist der Goldpreis längst nicht mehr da, wo er einmal war. Zum Augusthoch hat sich ein Abstand von rund 10 % herausgebildet (Stand: 11.11.2020).

Eine kurzfristige Korrektur muss nichts Schlechtes sein. Doch womöglich wiederholt sich die Geschichte. Auch im August 2011 erreichte Gold ein neues Allzeithoch. Von dort aus ging es erst mal seitwärts – und das für ein ganzes, langes Jahr.

Doch eine mittelfristige Erholung blieb letztendlich aus. Während der Aktienmarkt immer neue Rekorde feierte, versank der Goldpreis in Lethargie. Phasenweise kostete eine Unze Gold nur 1.000 US-Dollar und somit nur halb so viel wie zum Allzeithoch 2011.

Ist das etwa der allerorts gefeierte „sichere Hafen“? Auf mich wirkt Gold eher wie eine morsche Kogge, die sich vom Wind mal hierhin und mal dorthin treiben lässt.

Gold ist in einem Teufelskreis gefangen

Doch eines muss man Gold zugutehalten: Es ist noch da. Während manch dubiose Aktie längst in der Versenkung verschwunden ist, konnte Gold vor Kurzem ein neues Allzeithoch generieren.

Was macht Gold eigentlich zum „sicheren Hafen“? Ganz klar: Es sind in erster Linie die chemischen Eigenschaften.

Wer Gold produzieren will, muss natürliche Vorkommen finden und ausbeuten. Eine künstliche Produktion ist nahezu ausgeschlossen. Diese naturgegebene Seltenheit ist in meinen Augen die Eigenschaft, die Menschen seit Jahrtausenden primär an Gold schätzen.

Doch wie selten Gold wirklich ist, weiß niemand so genau. Je höher der Goldpreis, desto eher lohnt sich auch die Förderung an schwer zugänglichen Orten. Eine größere Fördermenge verwässert wiederum den Wert des Goldbestandes.

Diesen Teufelskreis kennen offenbar auch die Goldproduzenten. Seit geraumer Zeit haben sich deren Absicherungen an den US-Terminbörsen auf einem extrem hohen Niveau eingependelt (Stand: 03.11.2020). Die Läger sind offenbar voll bis obenhin!

Aktien sind der bessere „sichere Hafen“

Bei Aktien ist Seltenheit kein Thema. Schlimmer noch: Aktien dürfen nicht wie Gold faul herumliegen, sondern müssen für ihren Werterhalt in einer Tour hart arbeiten.

Das komplette Gegenteil eines „sicheren Hafens“. Oder etwa doch nicht?

Eine natürliche Konstante blenden Gold-Investoren völlig aus: den menschlichen Erfindungsgeist. In gewisser Weise ist eine Wette auf Gold eine Wette gegen die Fähigkeiten des Menschen, sich immer neue Möglichkeiten einfallen zu lassen, um an Gold heranzukommen.

Aktien hingegen sind eine Wette auf die Fähigkeit des Menschen, laufend neue Fähigkeiten zu erwerben. Ein Megatrend, der seit langer Zeit stabil liefert.

Über 5.000 Jahre verteidigt Gold nun schon seinen festen Platz in der Menschheitsgeschichte. Das ist ein gutes Argument für die Wertstabilität des Edelmetalls.

Doch wenn es etwas gibt, das wahrlich stabil und sicher ist, dann ist es die Veränderung. Im positiven Sinne! 5.000 Jahre Innovation und Fortschritt – die Sicherheit dieses Megatrends bekommt man nur mit Aktien.

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