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Vergiss ETFs: Diese Aktien könnten eine bessere Wahl sein!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wer möglichst aufwandsarm, einfach und direkt diversifiziert investieren möchte, für den sind ETFs häufig die erste Wahl. Auch zu Recht: Die Passivfonds ermöglichen schließlich einen direkten Zugang zu einer ganzen Menge verschiedener Aktien. Ja, ganze Indizes oder auch Weltmärkte können mithilfe dieser Passivfonds abgedeckt werden, wobei es hier natürlich auch gewisse Einschränkungen gibt.

Möglicherweise sind ETFs allerdings nicht die beste Wahl für solch ein Vorhaben. Auch mithilfe von Beteiligungsgesellschaften kann man schließlich ganze Märkte oder Bereiche abbilden und ist diversifiziert in der Welt von Aktien und Börse unterwegs.

Das Beste an dieser Stelle: In einigen Fällen kann man hierbei auf die Expertise eines oder mehrerer Analysten und Starinvestoren zurückgreifen, die langfristig womöglich bessere Resultate erzielen als einfache Passivfonds. Werfen wir heute folglich einen Blick auf zwei Beteiligungsgesellschaften, die möglicherweise besser sein könnten als ETFs, und natürlich auch darauf, was sie unterm Strich zu bieten haben.

1. Berkshire Hathaway

Eine erste Beteiligungsgesellschaft, die ebenfalls einen Zugang zu einem hochspannenden Querschnitt ermöglicht, ist zunächst natürlich die von Warren Buffett. Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) wird das Unternehmen des Starinvestors genannt. Und, gewiss, hierbei handelt es sich natürlich nicht mehr um einen Geheimtipp.

Seit inzwischen vielen Jahren und Jahrzehnten erfreuen sich Investoren schließlich schon der Möglichkeit, mithilfe des Starinvestors zu investieren. Auch wenn Warren Buffett einen signifikanten Schwerpunkt auf Versicherungs- und Finanzunternehmen legt, finden sich mit Coca-Cola und Apple auch weitere Beteiligungen aus der Welt von Aktie und Börse im Portfolio dieses Konglomerats. Ein interessanter, vornehmlich US-amerikanischer Querschnitt eben.

Dem Starinvestor wird in letzter Zeit zwar nachgesagt, er habe etwas von seinem Esprit eingebüßt. Das dürfte allerdings insbesondere daran liegen, dass sich Buffett einerseits in höheren Bewertungslagen nicht wohlfühlt, sowie andererseits aufgrund der Größe Berkshire Hathaways nicht mehr auf kleinere und mittelgroße Unternehmen zu schauen braucht. Selbst wenn das Orakel von Omaha diese schließlich komplett übernehmen würde, hätten sie eher einen kleineren Anteil am Milliardenportfolio der Beteiligungsgesellschaft.

Historisch gesehen kam Buffett zwar auf Renditen von im Schnitt 20 % pro Jahr. Doch selbst wenn die Investorenlegende diese Renditen aufgrund der Einschränkungen nicht mehr schafft, existiert hier die Möglichkeit, an einem zeitlosen Portfolio zu partizipieren. Das womöglich auch weiterhin zumindest die breiten Märkte hinter sich lassen wird.

2. Softbank

Etwas spezialisierter ist hingegen unsere zweite Beteiligungsgesellschaft. Die Softbank (WKN: 891624), die mit Masayoshi Son einen ähnlichen Visionär wie Warren Buffett vorweisen kann, hat sich allerdings eher auf Tech- und Internetaktien spezialisiert. Ein Bereich, den Buffett eher meidet, wodurch sich prinzipiell eine spannende Ergänzung ergeben könnte. Möglicherweise kann man hierüber durchaus mal nachdenken.

Jedenfalls erhält man als Investor auch bei der Softbank die spannende Möglichkeit, an einem breiten Portfolio zu partizipieren. Bis zu 1.000 verschiedener Unternehmen und Beteiligungen sollen demnach zum Reich der Japaner gehören, wobei zu den größeren noch immer die von Alibaba gehört. Ein Name, den viele beispielsweise noch immer mit E-Commerce-Dominanz in China verbinden.

In letzter Zeit dreht sich hier jedoch viel um WeWork. Die doch eher unglückliche Beteiligung an dem Bürodienstleister hat hier zu einem milliardenschweren Verlust geführt. Ein Ausrutscher vermutlich, der jedoch die Breite und Substanz dieser Beteiligungsgesellschaft nicht nachhaltig verletzen können wird.

Gegenwärtig wird die Aktie der Softbank außerdem mit einem interessanten Discount gehandelt. Während sich das aktuelle Kursniveau hier auf 4.154 Yen beläuft, beträgt der Shareholder-Value 10.807 Yen je Anteilsschein. Möglicherweise ist die Softbank daher ebenfalls eine spannende Beteiligungsgesellschaft, die Zugang zu viel Diversifikation und spannenden Renditen ermöglicht. Und jetzt sogar noch mit einem Discount gehandelt wird.

Eine Überlegung wert!

ETFs können daher gewiss Zugang zu vielen Märkten und marktüblichen Chancen ermöglichen. Doch auch Beteiligungsgesellschaften können einen ähnlichen Mix bieten, möglicherweise sogar einen besseren. Vielleicht sollte mancher Passivinvestor an dieser Stelle seine Möglichkeiten ein wenig überdenken.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba, Apple und Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Aktien von Softbank. 

Motley Fool Deutschland 2019