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Corona-Maßnahmen belasten Arbeitsmarkt 2020 stark

·Lesedauer: 2 Min.
Logo der Bundesagentur für Arbeit

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr stark belastet: Im Schnitt waren 2020 rund 2,695 Millionen Menschen ohne Job - ein Plus von 429.000 im Vergleich zu 2019, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Dienstag mitteilte. Zugleich waren noch nie zuvor so viele Beschäftigte gleichzeitig in Kurzarbeit. Der Höchststand wurde im April mit knapp sechs Millionen Menschen erreicht.

Die Arbeitslosenquote stieg der BA zufolge im Jahresdurchschnitt um 0,9 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Auch im Dezember lag sie auf diesem Niveau. Im letzten Monat des vergangenen Jahres waren zudem 2,707 Millionen Menschen arbeitslos, das war ein Plus von 480.000 im Vorjahresvergleich und ein Anstieg um 8000 im Vergleich zum November.

Zu den Zahlen im Dezember erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der Arbeitsmarkt "trotzt der Krise". Er zeige sich angesichts der Schwere der wirtschaftlichen Herausforderung widerstandsfähig. Heil sieht die "realistische Chance", dass sich die Wirtschaft ab diesem Sommer wieder erhole und deutlich an Fahrt gewinne. Diese Entwicklung werde sich auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen.

BA-Chef Detlef Scheele erklärte, der Einbruch am Arbeitsmarkt im Frühjahr, der Zeit des ersten Lockdowns, wirke noch nach. Allerdings habe die Kurzarbeit stabilisierend gewirkt und "Beschäftigung gesichert und eine höhere Arbeitslosigkeit verhindert". Scheeles Angaben zufolge wurden auf diese Weise rechnerisch Arbeitsplätze für rund eine Million Beschäftigte gesichert.

Den Höchststand erreichte die Kurzarbeit im April, als knapp sechs Millionen Menschen oder 18 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit waren. Zum Vergleich: Während der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Höchststand bei 1,4 Millionen Menschen.

Anders als 2008/2009 beanspruchte diesmal nicht nur überwiegend das Verarbeitende Gewerbe Kurzarbeitergeld, sondern wegen geschlossener Restaurants und Hotels vor allem auch die Dienstleister. So bezogen in der Spitzenzeit 63 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe Kurzarbeitergeld. Durch die Flut an Anträgen auf Kurzarbeit im Frühjahr stockte die BA ihre Beschäftigten in der Telefonberatung von 4000 auf bis zu 18.000 auf.

Der Grünen-Arbeitsmarktexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn warnte davor, dass sich die Arbeitslosigkeit auch im neuen Jahr "weiter verfestigt". Die Auswirkungen der Pandemie würden den Arbeitsmarkt auch 2021 noch länger beschäftigen, erklärte er. Daher sei es wichtig, Neueinstellungen stärker zu fördern und zugleich künftige Herausforderungen anzupacken - etwa mit einem Weiterbildungsbonus während Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit.

Die Linken-Arbeitsmarktpolitikerin Sabine Zimmermann warnte, dass die aktuellen Zahlen noch nicht die Folgen des zweiten Lockdowns abbildeten. Nun müsse für die Zukunft gesorgt werden. Die Leistungsdauer beim Arbeitslosengeld müsse rückwirkend ab dem 1. Januar um drei Monate verlängert werden. Außerdem müsse das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des letzten Nettoentgelts und bei Mindestlohnbeschäftigten auf 100 Prozent steigen, forderte Zimmermann.

hcy/ilo