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Verdi ruft Amazon-Beschäftigte an sechs Standorten zu viertägigen Streiks auf

·Lesedauer: 2 Min.
Verteilzentrum von Amazon

Mitten im Ostergeschäft hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten in sechs Amazon-Verteilzentren zu einem viertägigen Streik aufgerufen. Die Arbeit solle mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag niedergelegt werden, teilte Verdi am Sonntag mit. Betroffen sind Rheinberg, Werne, Koblenz, Leipzig sowie zwei Standorte in Bad Hersfeld. Ziel sei, die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie den Abschluss eines Tarifvertrags für gute und gesunde Arbeit durchzusetzen.

Verdi sprach von einem "inoffiziellen Start der diesjährigen Flächentarifverhandlungen der Branche", die in den nächsten Wochen beginnen. "Amazon verdient sich in der Corona-Krise weiter eine goldene Nase", erklärte die Gewerkschaft. Schon deshalb müsse "die Tarifflucht dort beendet werden".

Verdi verwies darauf, dass im Einzel- und Versandhandel der verschiedenen Bundesländer Lohnsteigerungen von 4,5 Prozent plus mindestens 45 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert werden. "Das muss dieses Jahr auch bei Amazon drin sein", sagte Orhan Akman, der bei Verdi für den Einzel- und Versandhandel zuständig ist.

Durch die Schließung weiter Teile des stationären Einzelhandels in der Corona-Krise sei das Bestellaufkommen bei Amazon durch die Decke gegangen. "Ausbaden mussten das die Kolleginnen und Kollegen", so Akman. "Durch die permanente Arbeitshetze und Leistungskontrolle ist die Einhaltung von Abständen und anderen Maßnahmen gegen Ansteckungen oft kaum möglich." Trotzdem weigere sich Amazon bisher, "einen verbindlichen Tarifvertrag zum Schutz der Beschäftigten abzuschließen".

Amazon wies die Kritik an der Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen zurück. Ein Unternehmenssprecher verwies darauf, dass der Konzern mehr als 150 Prozesse in seinem Logistiknetzwerk "maßgeblich angepasst" habe. Dazu zählten neben einer Maskenpflicht "erhöhte Reinigungs- und Desinfektionsintervalle", Temperaturmessungen beim Betreten der Gebäude, Abstandsregeln und gestaffelte Schicht- und Pausenzeiten.

Auswirkungen auf Kundenlieferungen durch die Streiks erwartet Amazon nach eigenen Angaben nicht. Bei vergangenen Streikaufrufen hätten über 90 Prozent der Mitarbeiter in den Logistikzentren "ganz normal gearbeitet", hatte ein Unternehmenssprecher bereits am Samstag betont. Der Konzern arbeite "eng mit den Betriebsräten" zusammen. Die Amazon-Mitarbeiter profitierten "bereits von exzellenten Löhnen, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen". Amazon beweise "jeden Tag, dass wir auch ohne Tarifvertrag ein guter Arbeitgeber sind", erklärte der Sprecher.

bfi