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Verdi-Chef fordert vor Sozialpartner-Konferenz mit Merkel massives Konjunkturpaket

Räumungsverkauf in Ruhrgebietsmetropole Essen

Im Vorfeld einer für Montag angesetzten Videokonferenz der Sozialpartner mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich Verdi-Chef Frank Werneke für massive staatliche Anreize zur Wiederankurbelung der Wirtschaft stark gemacht. "Wir brauchen jetzt ein Konjunkturpaket in der Größenordnung von drei bis vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts - also ungefähr 100 bis 150 Milliarden Euro", sagte Werneke dem "Handelsblatt" vom Montag.

Zusammen mit anderen führenden Gewerkschaftern und Wirtschaftsverbänden wird er am Montag an einer Videokonferenz mit Merkel teilnehmen. Der Verdi-Chef will bei der Konferenz für sogenannte Konsumschecks werben: "Weil Geschäfte, Gastronomie und Kultureinrichtungen langsam wieder öffnen, ist jetzt die Zeit, über Konsumschecks zu reden", sagte er der Zeitung.

Der Dienstleistungsgewerkschaft schwebt demnach ein Betrag von 500 Euro für niedrige und mittlere Einkommen vor, der bei höheren Verdiensten abschmilzt, damit die finanzielle Dimension nicht zu groß wird.

Von einer Neuauflage der Abwrackprämie zur Stützung der Autoindustrie hält Werneke nichts. "Wir sind dagegen, einen Verkehrsträger zu bevorzugen und mit Tausenden von Euro zu fördern", sagte er. Stattdessen solle lieber eine Mobilitätsprämie ungefähr in der Höhe eines Jobtickets eingeführt werden, die dann für den öffentlichen Nahverkehr, ein E-Bike, ein Fahrrad oder auch den Kauf eines Elektroautos verwendet werden könne.