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Verdächtiger nach Tod von Flüchtlingen in Kühllaster in Deutschland gefasst

Verdächtiger nach Tod von Flüchtlingen in Kühllaster in Deutschland gefasst

Gut ein halbes Jahr nach dem Tod von 39 vietnamesischen Flüchtlingen in einem Kühllaster in Großbritannien ist der mutmaßliche Chef eines europäischen Schleuserrings in Deutschland verhaftet worden. Der 29-jährige Mann wurde auf Grundlage eines von Frankreich beantragten europäischen Haftbefehls festgenommen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Ermittlerkreisen erfuhr. Die Nationalität des Mannes wurde zunächst nicht bekannt.

Er wird demnach verdächtigt, der Chef des Netzwerks "auf französischer Seite" zu sein, das hinter dem Transport der 39 vietnamesischen Staatsbürger nach Großbritannien steckte.

Im Zuge der Ermittlungen waren am Dienstag in Frankreich und Belgien bereits 26 Menschen festgenommen worden. In beiden Ländern wurde gegen die Verdächtigen Anklage erhoben, unter anderem wegen Menschenhandels und Mitgliedschaft in einer kriminellen Verinigung.

Die Leichen der vietnamesischen Flüchtlinge waren Ende Oktober 2019 in einem Industriegebiet östlich von London in einem Lkw-Kühlcontainer entdeckt worden. Laut Obduktionsbericht starben die in dem Container eingesperrten Menschen an Sauerstoffmangel und Überhitzung.

In dem Fall sind bereits mehrere Menschen angeklagt. Der Fahrer des Lastwagens hatte sich Anfang April vor einem Londoner Gericht der fahrlässigen Tötung in 39 Fällen schuldig bekannt. Ein weiterer Verdächtiger wurde zuletzt in Irland festgenommen.