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Verbraucherzentrale zeigt die neuesten Tricks mit Luftverpackungen

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Große Packung, kleiner Inhalt: Luftverpackungen täuschen Kunden. Die Verbraucherzentrale Hamburg prangert die neuesten „Luftnummern“ an.

Hier scheint alles in Ordnung zu sein: Große Tüte, großer Inhalt. (Bild: Getty Images)
Hier scheint alles in Ordnung zu sein: Große Tüte, großer Inhalt. (Bild: Getty Images)

Möchten Sie Luft kaufen? Wohl kaum. Dennoch landet so manche „Luftnummer“ im Supermarkt im Einkaufswagen von Verbrauchern. Große Verpackungen sollen den Anschein erwecken, als bekäme der Kunde besonders viel Ware für sein Geld. Die Enttäuschung folgt dann zu Hause, wenn sich beim Öffnen von Produkten herausstellt, dass die Verpackungen nur spärlich gefüllt sind.

Regelmäßig weist die Verbraucherzentrale Hamburg auf solche Täuschungsmanöver von Herstellern hin. Auf Facebook präsentiert sie aktuell drei Verbraucherbeschwerden zu besonders dreisten Verpackungs-Mogeleien.

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95 Prozent Luft im Karton

Spitzenreiter ist das Cannabisöl von Canobo. Das Fläschchen mit 10 Millilitern Inhalt nutzt gerade einmal fünf Prozent des Platzes der Verpackung aus, in der es steckt. „Die Größe des kleinen Fläschchens Hanföl ist von außen nicht erkennbar. Die Flasche ist sogar so klein, dass sie in der Verpackung extra fixiert werden muss. Mehr als 95% Luft sind im Preis mit inbegriffen“, so die Verbraucherschützer.

Ähnlich sieht es bei der Umverpackung für die neun Hefe-Tütchen Levoto vom Hersteller Moreno aus. Die stecken in einem Karton, der nur zur Hälfte gefüllt ist.

Und schließlich beschwerten sich Kunden bei der Verbraucherzentrale über das Waschpulver von Omo. Das bewirbt der Hersteller mit einem auffällig gelben Banner auf der Verpackung. Das trägt die Aufschrift „XXXL“. Doch XXXL ist wohl nur der Karton. Denn drin herrscht gähnende Leere. Die Verbraucherschützer haben nachgemessen: Von dem 41 Zentimeter hohen Karton sind nur knapp 20 Zentimeter befüllt.

„Waschmittelhersteller verweisen oft auf produktions- und lagerbedingte Füllmengen, aber diese Luftpackung ist wirklich ein starkes Stück. Klar ist: Hersteller nutzen überdimensionierte Packungen immer noch als Marketinginstrument ohne Rücksicht auf die Umwelt“, so die Verbraucherzentrale.

Die Facebook-Nutzer stimmen mit der Verbraucherzentrale überein, dass solche Verpackungen dreist und unnötig sind. „Pure Ressourcenverschwendung! An dieser Stelle muss doch die Regierung regulieren“, „…und die Luft wird vorher noch von großen LKW durchs Land kutschiert“ und „Gibt es nur eins..... ordentlich teilen und nicht kaufen!“, so die Kommentare.

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Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Wenn Ihnen auch Täuschungsmanöver bei Produkten auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen und Luftverpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg.