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Verbraucherzentrale: Das steckt hinter Bio-Mineralwasser

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

In vielen Supermärkten wird Bio-Mineralwasser angeboten. Das kostet bis zu 60 Prozent mehr. Die Verbraucherzentrale erklärt, ob das Nepp oder sinnvoll ist.

Close-up pouring water from bottle into glass on blue background
(Bild: Getty)

Mineralwasser ist in Deutschland der Durstlöscher Nr. 1. Der Pro-Kopf-Konsum liegt laut Statista bei mehr als 140 Litern im Jahr. Mancher, der sich etwas besonders Gutes tun möchte, greift im Supermarkt auch zu teureren Wässern mit Bio-Label. Doch macht das überhaupt Sinn? Welche Quellen verbergen sich hinter Bio-Wasser? Und ist der teurere Preis von bis zu 60 Prozent mehr gegenüber Mineralwasser ohne Bio-Label überhaupt gerechtfertigt?

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Mineralwasser ist kein Bio-Lebensmittel

Die Verbraucherzentralle Hamburg klärt auf: „Rein rechtlich betrachtet ist Bio-Mineralwasser kein Bio-Lebensmittel. Mineralwasser fällt nicht unter die EU-Öko-Verordnung, denn es ist kein landwirtschaftlich erzeugtes Lebensmittel. Aus diesem Grund kann es kein staatliches Bio-Siegel bekommen.“

Ein Mineralwasser kann aber trotzdem „Bio“ sein, das hat zumindest der Bundesgerichtshof im Jahr 2012 entschieden. Demnach sei die Verwendung des Begriffes „Bio“ dann erlaubt, wenn für das Mineralwasser strengere Vorgaben gelten. Dazu gehöre etwa, dass es unbehandelt und frei von Zusatzstoffen ist und deutlich unter den für natürliche Mineralwässer festgelegten Schadstoffgrenzen liegt. (Urteil vom 13. September 2012, Az. I ZR 230/11)

„Hersteller können selbst festlegen, welche konkreten Kriterien ihr Bio-Mineralwasser erfüllen muss und sich zertifizieren lassen. Solange die Kriterien den Vorgaben der obersten Richter entsprechen, ist das möglich. Bislang werden zwei privatrechtliche Siegel verwendet“, so die Verbraucherschützer.

Siegel für Mineralwasser in Bio-Qualität: links das Zeichen der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V., rechts die beiden Logos des Fresenius-Instituts. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)
Siegel für Mineralwasser in Bio-Qualität: links das Zeichen der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V., rechts die beiden Logos des Fresenius-Instituts. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

Ein Bio-Siegel kommt vom SGS Institut Fresenius, ein weiteres von der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.

Teurer, aber aus derselben Quelle

Für Wasser mit Bio-Label müssen Kunden meist viel tiefer in die Tasche greifen. Bis zu 60 Prozent mehr sind fällig. Und das, obwohl die Bio-Mineralwässer mancher Unternehmen aus derselben Quelle stammen wie ihr „normales“ Mineralwasser.

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So wie etwa bei Vilsa Mineralwasser. Die Verbraucherzentrale fand das Produkt mit Bio Label in der 1,5-Liter-Einwegflasche bei Rewe für 0,79 Euro. Ohne Bio-Hinweis schlug das Wasser aus derselben Quelle nur mit 0,59 Euro zu Buche – 34 Prozent weniger. Einziger Unterschied: die Einwegflasche aus 100 % recyceltem PET.

Noch teurer war das Vilsa Bio-Mineralwasser bei Edeka. Dort wurde es im Frühjahr in der Mehrwegglasflasche als 1-Liter-„Genießer-Flasche“ für 0,89 Euro verkauft, so die Verbraucherschützer. Das normale Mineralwasser in der Glasflasche kostete nur 0,56 Euro pro Liter. Damit war die Bio-Variante 60 Prozent teurer.

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Ähnlich große Preisunterschiede fanden die Experten bei Volvic von Danone. Obwohl Quelle und Mineraliengehalt der Wässer identisch sind, zahlen Kunden für „Natürlich Bio“ 34 Prozent mehr.

„Warum Verbraucher für eine Flasche mit Bio-Label mehr zahlen müssen, obwohl sie kein anderes Wasser bekommen, können wir nicht nachvollziehen“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Das ist Geldschneiderei!“

Ein „echtes“ Biosiegel muss her

Die Anzahl an Siegeln und Labeln wächst. Was dahinter steckt, ist für Verbraucher oft nicht durchschaubar und keine Orientierungshilfe. Deshalb wollen die Verbraucherschützer ein „echtes“ Bio-Siegel für Mineralwässer: „Wir fordern daher, Bio-Mineralwasser in die EU-Öko-Verordnung zu integrieren. ,Bio‘ muss eine staatlich geschützte und kontrollierte Auszeichnung bleiben, deren Mindestkriterien einheitlich und gesetzlich festgelegt sind!“

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