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Verbraucherpreise ziehen im April weiter an

·Lesedauer: 2 Min.
Seit Anfang 2021 ist eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem CO2 fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht - das lässt die Preise fürs Heizen und Tanken nach oben klettern.
Seit Anfang 2021 ist eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem CO2 fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht - das lässt die Preise fürs Heizen und Tanken nach oben klettern.

Deutschlands Verbraucher merken es an der Zapfsäule und bei der Heizölbestellung: Die Inflation ist auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Und Experten zufolge wird die Teuerungsrate weiter zulegen.

Wiesbaden (dpa) - Steigende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit zwei Jahren getrieben. Im April lagen die Verbraucherpreise nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Eine so hohe Teuerungsrate gab es nach Angaben der Wiesbadener Behörde zuletzt im April 2019. Von März auf April 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent. Seit Jahresbeginn ist die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft stetig gestiegen. Im Januar lag die Teuerungsrate bei 1,0 Prozent, im Februar waren es 1,3 Prozent und für März 2021 hatten die Statistiker 1,7 Prozent errechnet.

Vor allem zwei Faktoren treiben die Teuerung: Die in der Corona-Krise für ein halbes Jahr gesenkte Mehrwertsteuer ist seit Januar wieder auf ihrem alten Niveau. Zudem ist seit Anfang 2021 eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Das lässt die Preise fürs Heizen und Tanken nach oben klettern.

Für Energie mussten Verbraucher in Deutschland im April des laufenden Jahres 7,9 Prozent mehr zahlen als vor Jahresfrist. Nahrungsmittel verteuerten sich im Schnitt um 1,9 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

In Deutschland lag der für die EZB-Geldpolitik maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI den vorläufigen Berechnungen des Bundesamtes zufolge im April um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und um 0,5 Prozent über dem Stand von März 2021.

Nach Einschätzung von Volkswirten wird die Inflation sowohl in Deutschland als auch im Euroraum im laufenden Jahr weiter anziehen. «In den kommenden Monaten dürften die Energiepreise zwar kaum noch zulegen», erklärt Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. «Da sie jedoch über weite Strecken des vergangenen Jahres gefallen waren, wird bei ihnen der Vorjahresvergleich in den kommenden Monaten deutlich steigen und die Teuerungsrate nach oben treiben.»

Dazu komme der Effekt der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020. Wagner rechnet damit, dass die Inflation in Deutschland infolge beider Effekte in der zweiten Jahreshälfte 2021 zeitweise auf drei Prozent steigen wird.