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Verbraucherpreise sinken im September um voraussichtlich 0,2 Prozent

·Lesedauer: 3 Min.
Zapfsäule einer Tankstelle
Zapfsäule einer Tankstelle

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im September erneut gesunken: Die Inflationsrate liege voraussichtlich bei minus 0,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Besonders stark im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen demnach die Preise für Energie zurück: Sie sanken um 7,1 Prozent. 

Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat leicht um 0,6 Prozent; die Preise für Dienstleistungen, darunter Wohnungsmieten, stiegen um 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat August 2020 sanken die Verbraucherpreise laut Statistik um ebenfalls 0,2 Prozent.

Schon im Juli waren die Verbraucherpreise minimal um 0,1 Prozent gesunken; im August lag die Inflationsrate bei 0,0 Prozent. Dämpfend wirkt sich hierbei die bis Ende des Jahres befristete Absenkung der Mehrwertsteuer aus, mit der die Bundesregierung den in der Corona-Krise eingebrochenen Konsum ankurbeln will.

Noch im Juni 2020, kurz vor der Steuersenkung, hatte die Inflationsrate 0,9 Prozent betragen. Vor allem wegen des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt war sie zuvor im Mai auf 0,6 Prozent gesunken, nach 0,9 Prozent im April, 1,4 Prozent im März und 1,7 Prozent im Februar. Üblicherweise streben Zentralbanken bei der Inflation einen Wert von knapp unter zwei Prozent als optimal für die Wirtschaft ein. Bei diesem Wert sehen sie sowohl Preisstabilität gegeben als auch die Gefahr einer Deflation weit genug entfernt.

Bei einer Deflation sinken die Preise für Waren und Dienstleistungen auf breiter Front. Dies führt zu sinkenden Gewinnen bei den Unternehmen, weil Verbraucher Kaufentscheidungen aufschieben, und - wenn der Prozess lange anhält - auch zu massiven Verlusten an Arbeitsplätzen und damit wiederum erneut sinkender Nachfrage und Kaufkraft der Konsumenten.

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe verwiesen am Dienstag darauf, dass sich in der Corona-Krise das Ausgabeverhalten der Verbraucher verändert habe - und sich dadurch "Unschärfen" in der Preiserfassung ergeben hätten. "In diesem Jahr driften die Lebenswirklichkeit der Konsumentinnen und Konsumenten und der Warenkorb zur Inflationsermittlung auseinander, denn dieser stammt noch aus der Zeit vor Corona", erklärte Uwe Dürkop, Chefvolkswirt der Berliner Sparkasse. 

Schwere Preisverwerfungen hätten im Zuge der Krise aber bisher noch nicht festgestellt werden könnten, erklärte Dürkop. "Noch fehlen uns die Hinweise, ob die Pandemie die Preisentwicklung im Zuge von Angebotsbeschränkungen eher anfacht oder sie im Zuge der allgemeinen Nachfrageschwäche vielmehr bremst." Die Preishistorie seit Corona-Ausbruch sei noch zu kurz, in ihren Entwicklungslinien zu uneinheitlich und in den Ausschlägen nicht prägnant genug, um schon Rückschlüsse auf Trendänderungen hin zu weniger oder mehr Inflation ziehen zu können.

Hilfreich wäre nach Einschätzung der Sparkassen-Chefvolkswirte ein "erweitertes oder modifiziertes Angebot von Preisindizes" - auch um zu verhindern, dass sich 2021 erneut eine Verzerrung ergeben könnte, wenn das dann womöglich normalisierte Ausgabeverhalten mit dem ungewöhnlichen Konsummuster dieses Jahres gewichtet würde.

Dass sich durch die Corona-Krise deutlichere Unterschiede zwischen dem Warenkorb zur Berechnung der Inflationsrate und dem tatsächlichen Verhalten der Verbraucher auftun könnten, hatten im Mai bereits Wirtschaftswissenschaftler der Universität Hohenheim konstatiert. Die Teuerung insbesondere für Lebensmittel könne daher viel höher sein als angenommen, erklärten die Forscher, die zur  Veranschaulichung ihrer These den "Chili-con-Carne-Index" entwickelt hatten.

jm/ilo