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Verbote von Kurzstreckenflügen: Was sie wirklich bringen würden

·Lesedauer: 2 Min.

Es ist eines der Themen, die es in den hitzigen Teil des Bundestagswahlkampfes geschafft haben: die Kurzstreckenflüge. Die Grünen möchten sie gerne verbieten – und könnten damit vielleicht sogar Erfolg haben. Es ist gut möglich, dass die Partei an der künftigen Bundesregierung beteiligt sein wird – wenn nicht sogar ins Kanzleramt gewählt wird. Die Grünen verfolgen mit dem Verbot das Ziel, die Umwelt vor dem Kerosin der Flugzeuge zu schützen – und damit vor den Treibhausgasen in der Atmosphäre.

Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) hat nun ausgerechnet, inwieweit ein Verbot der Umwelt überhaupt helfen würde, für welche Flugstrecken in Deutschland wären zumutbare Alternativen per Bahn vorhanden wären und welche Fluglinien und Flughäfen von dem Verbot betroffen wären.

Die SZ hat die Datenbank des Open-Sky-Networks herangezogen und mehrere Szenarien durchgerechnet. Sie beinhaltet im Jahr 2019 - dem letzten noch nicht durch die Pandemie beeinflussten Flugjahr - 290 000 Inlandsflüge. Die Analyse wurde auf die Flüge der 50 größten Passagierfluggesellschaften beschränkt, die zusammen auf etwa 200.000 Inlandsflüge kommen.

Die längste in der Datenbank erfasste Verbindung der großen Gesellschaften besteht zwischen Friedrichshafen und Westerland-Sylt, Luftlinie 809 Kilometer - diese wurde jedoch nur einmal geflogen. Häufiger sind Sylt-Flüge, die nach 770 Kilometern in München enden. Diese Strecke wurde im Jahr 2019 206 Mal geflogen. Würde man alle Inlandsflüge verbieten, wäre das die längste Verbindung, für die viele Passagiere einen Ersatz benötigen würden. Mit der Bahn würde die Fahrt rund zehn Stunden dauern.

Die SZ berichtet, dass rund 11.000 Inlandsflüge der großen Fluggesellschaften sich durch Bahnreisen von bis zu zweieinhalb Stunden ersetzen lassen. Das sind sechs Prozent der betrachteten Flüge. Besonders betroffen wären davon die größten Flughäfen Deutschlands: In Frankfurt am Main würden 8700 Verbindungen wegfallen, in München etwa 2000. Verböte man Flüge, für die es alternativ Bahnverbindungen unter vier Stunden gibt, wären die Auswirkungen deutlich größer, schreibt die „SZ“. Dann gäbe es auch ganze 73.000 alternative Bahnrouten.

Rund 30 Prozent der Inlandsflüge der großen Betreiber wären betroffen, die meisten Strecken liegen im Dreieck Berlin-Frankfurt-München mit 16.000 auf der Route Berlin-München, 14 000 bei Berlin-Frankfurt und 9000 Flügen von Frankfurt nach München.

Und die Auswirkungen aufs Klima? Bei Anwendung der Vierstundengrenze könnte etwa ein Drittel des CO₂-Ausstoßes durch Inlandsflüge wegfallen. Das klingt üppig, der Anteil am gesamten CO₂-Ausstoß durch Passagierflüge ist allerdings gering. Rund zwei Prozent des Ausstoßes von in Deutschland landenden oder startenden Passagierfliegern der fünfzig größten kommerziellen Betreiber würde verhindert, berichtet die SZ. Und diese Einsparung würde auch nur dann eintreffen, wenn die Gäste überhaupt nicht reisen würden – auch nicht mit Auto oder Bahn. Tun sie es doch, sinkt die Einsparung. Außerdem, das macht die SZ deutlich, müsste das Bahnnetz und die Frequenz der Züge deutlich erhöht werden, wenn tausende Menschen vom Flugzeug auf die Bahn umsteigen.

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