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VDV: Bund sollte Blockadehaltung bei Deutschlandticket aufgeben

BERLIN (dpa-AFX) -Der Verband der Verkehrsunternehmen hat den Bund kurz vor einem Treffen der Ministerpräsidenten mit dem Bundeskanzler aufgerufen, bei der langfristigen Finanzierung des Deutschlandtickets mitzuhelfen. "Wenn der Bund seine Blockadehaltung hinsichtlich der weiteren Finanzierung nicht aufgibt, dann sprechen wir beim Deutschlandticket bald nicht mehr über einen historischen Moment, sondern über eine verpasste Chance", sagte Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fahrschein für 49 Euro im Monat wird 2023 und 2024 mit jeweils 1,5 Milliarden Euro von Bund und Ländern finanziert. Für das laufende Jahr haben Bund und Länder zudem verabredet, mögliche Mehrkosten hälftig aufzuteilen. Die weitere langfristige Finanzierung ist bisher aber nicht geregelt - darüber wird seit Monaten gerungen. Am Montag steht das Thema nun bei einem Treffen der Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf der Agenda.

Das Ticket sei beliebt, weil es die Nutzung von Bus und Bahn einfacher mache als bisher, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Wolff. "Statt diese Erfolge mit maximalem Esprit nach außen zu vertreten und damit noch mehr Bürgerinnen und Bürger zu überzeugen, das Ticket zu kaufen, wird politisch nach wie vor um die Finanzierung fürs kommende Jahr gestritten", sagte Wolff. "Wir appellieren an die Ministerpräsidentenkonferenz und an den Bundeskanzler, auch für 2024 eine Nachschusspflicht zu beschließen, damit die der Branche durch das Deutschlandticket entstehenden realen Einnahmeverluste auch wirklich komplett ausgeglichen werden."

VDV: Rund 400 Millionen Euro Mehrkosten für 2023 und 2024

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Der VDV geht davon aus, dass die Verluste für die Branche in diesem Jahr wegen des Ticketstarts erst im Mai bei 2,3 Milliarden Euro liegen und für das gesamte Jahr 2024 bei 4,1 Milliarden Euro. Bei den bisher zugesagten sechs Milliarden Euro an öffentlichen Zuschüssen für 2023 und 2024 ergibt sich unter dem Strich eine Finanzierungslücke von 400 Millionen Euro.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat mehrmals deutlich gemacht, dass es vorerst keine genauen Berechnungen von Mehrkosten gebe. Erst nach dem vollen nächsten Jahr könne man den Finanzbedarf tatsächlich beurteilen. Daher sei von Bund und Ländern vorgesehen worden, erst Ende 2024 über die weitere Finanzierung zu sprechen. Am Freitag dämpfte Regierungssprecher Steffen Hebestreit Erwartungen an zusätzliche Finanzzusagen des Bundes.

Das Deutschlandticket kann seit dem dem 1. Mai für Busse und Bahnen im Nahverkehr für 49 Euro im Monat genutzt werden - als digital buchbares, monatlich kündbares Abonnement in ganz Deutschland.