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Wieso VCs bei diesem Fleischersatz-Startup Schlange stehen

·Lesedauer: 3 Min.
Lukas Böni, Pascal Bieri, Eric Stirnemann und Christoph Jenny (v.l.n.r.) verkaufen mit Planted veganes Hühnchen und Schweinefleisch.
Lukas Böni, Pascal Bieri, Eric Stirnemann und Christoph Jenny (v.l.n.r.) verkaufen mit Planted veganes Hühnchen und Schweinefleisch.

Der vegane Burger Beyond Meat ist an der Börse rund acht Milliarden Euro wert. Wursthersteller Rügenwalder macht etwa die Hälfte seines Umsatzes mit vegetarischen Varianten – Tendenz jährlich steigend. Auf diesen Markt setzen außerdem immer mehr Risikokapitalgeber. Ein beliebtes Startup, bei dem die Investoren Schlange stehen, ist der Fleischersatzproduzent Planted aus Zürich.

Erst im März nahm Planted 15 Millionen Euro auf, damals investierten etwa Vorwerk Ventures und der Schweizer Food-VC Blue Horizon. „Die Series A war überzeichnet“, so Mitgründer Christoph Jenny im Gespräch mit Gründerszene. Viele Beteiligungsfirmen hätten Interesse signalisiert. Das Startup arbeitet daher gerade an einer Anschlussfinanzierung, wie Gründerszene aus dem Unternehmensumfeld erfahren hat. Eigentlich benötige Planted laut des Gründers so schnell keine Anschubfinanzierung: „Wir leben nicht von Runde zu Runde, sondern, wenn wir Investoren finden, die uns besser machen, schauen wir, wie wir mit denen zusammenarbeiten können.“

Hauseigene Forschungsabteilung macht permanentes A/B-Testing

Das Startup ist gerade mal zwei Jahre alt und hat nun mehr als 21 Millionen Euro bekommen. Dahinter stecken Christoph Jenny und sein Schulfreund Pascal Bieri, dessen Cousin Lukas Böni sowie Lebensmitteltechnologe Eric Stirnemann. Weil es in der Schweiz keinen guten Fleischersatz gegeben habe, entwickelte das Quartett kurzerhand selbst einen, erzählt Jenny. Prinzipiell bestehe die Masse aus einem Teig aus Mehl, Wasser und Öl, der mit pflanzlichen Fasern und Proteinen im Dampfkochtopf angerührt, heruntergekühlt und dann in Stücke geschnitten wird. So entstehe auch die faserige Struktur. Für das künstliche Hühnchen verwendet Planted Gelberbsen, für Schweinefleisch Sonnenblumen. Nur natürliche Zutaten, keine Konservierungsstoffe oder sonstige chemische Zusätze, betont der Mitgründer. Das sei einer der Gründe, warum die Investoren das Zürcher Startup dermaßen hypen.

Doch auch die eigene Forschungseinheit und Produktion lockt Investoren an. „Vor allem die Qualität der Produkte, sowie der ganzheitliche Ansatz der Produktion, von der Entwicklung bis hin zum Endkunden, haben uns überzeugt,” sagt etwa Vorwerk-Partner Dirk Meurer. Planted hat Anfang des Jahres einen Kredit aufgenommen, um seine Fertigungslinien auszubauen. Die Produkte stellt das Startup nämlich selbst her, ist daher nicht von Lohnherstellern abhängig und kann die Prozesse besser skalieren. „Wir produzieren eine halbe Tonne pro Stunde“, nennt Jenny als Größenordnung. Von 100 Mitarbeitern sind obendrein etwa 30 in der hauseigenen Forschungseinheit angestellt.

Im Grunde führt das Food-Startup ein permanentes A/B-Testing aus: Beinahe jede Charge, die online verkauft wird, ist verschieden – sei es beim Biss, der Struktur oder wie sich das vegane Fleisch in der Sauce verhält. „Die Details sind so fein, dass es der Endkonsument wahrscheinlich nicht bewusst wahrnimmt“, erklärt der Mitgründer. Die Kunden bekommen nach dem Kauf eine Umfrage zugeschickt und sollen Feedback geben. Darauf aufbauend passt das Team die Lebensmittel immer weiter an.

Gestartet ist Planted in der Schweiz. Seit Frühling gibt es den Fleischersatz auch in deutschen Edekas und in Spar-Märkten in Österreich. Bald kommt Frankreich hinzu. Wie viel die Gründer damit umsetzen, wollen sie nicht sagen. Ein halbes Pfund Schnitzel kostet im Onlineshop etwa 5,95 Euro, 400 Gramm Hühnchen gibt es für 9,90 Euro. Rein rechnerisch wären das bei den angegebenen Produktionsmengen am Tag rund 100.000 Euro Umsatz. Profitabel sei Planted nicht, sagt der Schweizer. Das liege hauptsächlich an der Forschung. „Wir wollen keine zu hohe Marge nehmen, weil wir mit unserem Fleischersatz etwas bewirken wollen.“ Zum Vergleich: Die Düsseldorfer Firma Like Meat, die voriges Jahr in die USA verkauft wurde, bietet 180 Gramm veganes Hühnchen für 2,99 Euro an – gut die Hälfte vom Planted-Preis.

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