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VARTA-Aktie bricht im Sog der Spekulationen ein: Jetzt auf die Kurserholung setzen?

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Die VARTA (WKN: A0TGJ5)-Aktie war in den letzten Tagen extrem volatil, ähnlich wie die GameStop (WKN: A0HGDX)-Aktie. Na ja, vielleicht nicht ganz so extrem wie GameStop, aber trotzdem sind die Kursausschläge bemerkenswert. Denn allein in dieser Woche ist die Aktie zeitweise um mehr als 30 % gestiegen. Und das ganz ohne Neuigkeiten zum Unternehmen, was darauf hindeutet, dass hier Spekulanten am Werk sind.

Genau so schnell wie es raufging, scheint es jetzt aber auch wieder runterzugehen. Grund genug, die Aktie jetzt zu kaufen? Finden wir es heraus.

Umsatz und Gewinn sprengen die Erwartungen

VARTA hat im vergangenen Jahr von einer extrem großen Nachfrage nach Batterien profitiert. In den ersten neun Monaten ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 159 % gestiegen. Ganze 630 Mio. Euro wurden in der Zeit erwirtschaftet. Ähnlich gut hat sich der Gewinn entwickelt. Das Betriebsergebnis ist um 136 % auf 78,3 Mio. Euro gestiegen und hat damit alle Erwartungen hinter sich gelassen.

Daher wurde die Prognose für das Gesamtjahr mehrfach angehoben. Da sich der Wachstumstrend im Laufe des letzten Jahres nur noch weiter beschleunigt hat, kann man wohl davon ausgehen, dass es in diesem Jahr ganz ähnlich weitergehen wird. Von dieser Seite betrachtet, steht weiteren Rekordkursen also nichts im Weg. Wachstumspotenzial gibt es mehr als genug. Der Bedarf nach Batterien aller Art wird in den kommenden Jahren voraussichtlich drastisch weitersteigen. Der limitierende Faktor für das Wachstum ist bei VARTA vielmehr die Produktionskapazität. Diese Kapazitäten zu erhöhen braucht Zeit und vor allem jede Menge Geld.

Aus diesem Grund wird VARTA in diesem Jahr, genau wie im letzten Jahr auch, sehr viel Geld investieren müssen.

Ist VARTA nach dem Kurssturz günstig?

Und da liegt genau genommen auch das Problem. Denn VARTA muss sehr viel Geld investieren, um weiterwachsen zu können. Schon im vergangenen Jahr hat VARTA mehr investiert, als das Geschäft eingebracht hat. Insgesamt hat dadurch viel Geld das Unternehmen verlassen. Denn die Investitionen lagen deutlich höher als die Abschreibungen auf vergangene Investitionen.

In viele Fällen ist rasantes Wachstum natürlich eine gute Sache. Im Idealfall werden aus den Investitionen von heute die Gewinne von morgen. Wichtig ist dabei nur, wann die Gewinne zu erwarten sind und wie hoch sie ausfallen werden.

Dass VARTA in den kommenden Jahren viel mehr Geld verdienen wird als heute, ist angesichts der starken Nachfrage sehr wahrscheinlich. Aber werden diese Gewinne ausreichen, um einen Marktwert von aktuell 6,4 Mrd. Euro (Stand: 29.01.2021) zu rechtfertigen? Das hängt wohl ganz davon ab, ob und wie lange VARTA das Wachstumstempo halten kann. Aus aktueller Sicht scheint die Aktie angesichts eines Gewinns von 78 Mio. Euro in den ersten neun Monaten des letzten Jahres schon sehr hoch bewertet zu sein. Wenn sich die Investitionen in den nächsten Jahren auszahlen, könnte die Situation aber schon ganz anders aussehen.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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