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Nach US-Wahl: Afghanistan fordert Neubewertung der Friedensgespräche

·Lesedauer: 2 Min.

KABUL/DOHA (dpa-AFX) - Afghanistans Vizepräsident Sarwar Danisch hat nach der Präsidentenwahl in den USA eine Neubewertung der Friedensgespräche für sein Land gefordert. "Wir hoffen, dass die Führung der neuen Regierung in den Vereinigten Staaten den Prozess überprüfen und neu bewerten wird", sagte Danisch während einer Konferenz in Kabul am Montag.

Seit dem 12. September sprechen die militant-islamistischen Taliban mit Vertretern der afghanischen Republik über Frieden. Der Prozess war im Streit um Verfahrensfragen ins Stocken geraten. Die Taliban fordern als Grundlage der Gespräche ein Abkommen mit den USA, das die Islamisten Ende Februar unterzeichneten. Kabul lehnt dies ab, weil sie an dem Deal zwischen den USA und den Taliban damals nicht beteiligt worden waren. Danisch warf den Taliban vor, nicht an einer friedlichen Lösung interessiert zu sein.

In Doha hieß es aus Diplomatenkreisen, dass die Gespräche auch mit Blick auf die US-Wahl zäh vorankamen. Es seien klare Signale der Absichten aus dem Team von Wahlsieger Joe Biden nötig, sagte ein Diplomat der Deutschen Presse-Agentur. "Die beiden Seiten arbeiten weiterhin an einem Textentwurf für Verfahrensfragen, die den Friedensprozess untermauern werden, aber diese Verhandlungen werden von einem besseren Verständnis der Absichten Bidens abhängen."

Seit etwa einer Woche sprechen die Konfliktparteien in Doha nicht mehr offiziell miteinander. Das Gastgeberland Katar hatte die Rolle eines Vermittlers eingenommen - mit mäßigem Erfolg, wie ein weiterer Diplomat sagte. Der Konflikt ging zuletzt im Land brutal weiter.

Die USA hatten Ende Februar mit den Taliban ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan vorsieht. Im Gegenzug verpflichteten sich die Taliban zu Friedensgesprächen und erklärten, Beziehungen zu anderen Terrorgruppen zu beenden. Der Abzug aus Afghanistan war ein Wahlversprechen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump.