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US-Richter lehnt Einigung zwischen Bayer und Roundup-Klägern ab

·Lesedauer: 2 Min.
Bayer-Logo am Hauptsitz in Leverkusen

Der deutsche Chemiekonzern Bayer hat im Streit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup in den USA eine Schlappe erlitten. Ein Bundesrichter in San Francisco wies am Mittwoch den Vorschlag für eine Vereinbarung zwischen Bayer und Klägeranwälten über mögliche künftige Klagen zurück. Die Einigung im Umfang von zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) sei für mögliche künftige Krebspatienten schlichtweg "unvernünftig".

Die Vereinbarung würde für die Bayer-Tochter Monsanto, die Roundup herstellt, "viel erreichen", schrieb Richter Vince Chhabria in seiner Entscheidung. Sie würde insbesondere das rechtliche und finanzielle Risiko für den Konzern deutlich abmildern. "Sie würde viel weniger für Roundup-Nutzer erreichen, die noch nicht mit (der Krebserkrankung Non-Hodgkin-Lymphom) NHL diagnostiziert wurden."

Bayer will die Rechtsstreitigkeiten über eine mögliche krebserregende Wirkung von Roundup mit Zahlungen in Höhe von insgesamt rund elf Milliarden Dollar beilegen. Davon sind etwa neun Milliarden Dollar für rund 125.000 Kläger vorgesehen, deren Klagen bereits eingereicht wurden oder in Vorbereitung sind. Zwei Milliarden Dollar sind für mögliche künftige Klagen vorgesehen.

Um diesen Teil der Vereinbarung geht es in der Entscheidung von Richter Chhabria. Der Bundesrichter bemängelte am Mittwoch insbesondere die Vorkehrungen für Menschen, die bis zum Februar 2021 Roundup benutzt haben, bei denen aber noch kein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde.

Diese Roundup-Nutzer können sich zwar vier Jahre lang medizinisch beobachten lassen und im Krankheitsfall eine Entschädigung verlangen. Chhabria hob aber hervor, dass eine Entwicklung der Krankheit deutlich länger dauern könnte. Außerdem könne der Entschädigungsfonds schon vor Ablauf der vier Jahre ausgeschöpft sein durch Zahlungen an Menschen, bei denen bereits Krebs diagnostiziert wurde.

Bayer hatte Monsanto 2018 für rund 54 Milliarden Euro gekauft. Der Streit um den Unkrautvernichter Roundup ist für den Leverkusener Konzern bis heute eine juristische und finanzielle Belastung.

Bayer ist in den USA in drei Prozessen wegen Krebserkrankungen nach einer Nutzung von Roundup zu hohen Entschädigungszahlungen verurteilt worden. Erst Mitte Mai bestätigte ein Bundesberufungsgericht in San Francisco eine Verurteilung des Konzerns zu rund 25 Millionen Dollar Schadenersatz an einen an Krebs erkrankten Kläger.

Der Konzern bestreitet, dass der Unkrautvernichter krebserregend ist. Die Frage ist in der Forschung umstritten. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland sind zu dem Schluss gelangt, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgehe. Dagegen konstatierte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung 2015, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

fs/mid

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