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US-Präsident Biden ordnet Anzapfen der strategischen Ölreserven an

·Lesedauer: 2 Min.
Lkw-Fahrer beim Tanken in Salt Lake City (AFP/GEORGE FREY)

Angesichts stark gestiegener Kraftstoffpreise zapfen die USA und weitere Länder in einer konzertierten Aktion ihre strategischen Ölreserven an. US-Präsident Joe Biden ordnete am Dienstag die Freigabe von 50 Millionen Barrel Öl aus den US-Reserven an, wie das Weiße Haus mitteilte. Demnach handeln die USA gemeinsam mit China, Großbritannien, Indien, Japan und Südkorea. Biden steht wegen hoher Benzinpreise und einer allgemein hohen Inflation unter politischem Druck.

Die USA sitzen auf der mit 714 Millionen Barrel weltweit größten Erdöl-Notreserve. Ein Barrel sind 159 Liter. Gelagert wird das Erdöl in unterirdischen Depots in den Bundesstaaten Texas und Louisiana.

Das zusätzliche Öl soll den Preis weltweit drücken. Ein US-Regierungsvertreter sagte am Dienstag, es sei "das erste Mal, dass wir so etwas parallel zu anderen" Staaten machen. "Der Präsident ist bereit, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, sollte dies notwendig werden."

Die Benzinpreise sind in den USA in den vergangenen Monaten im Zuge der Erholung von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie stark angestiegen. Im Oktober lagen sie rund 50 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nach Angaben des Automobilverbands AAA haben die Benzinpreise den höchsten Stand seit dem Jahr 2014 erreicht.

"Wie der Präsident sagte: Die Verbraucher erleiden gerade Qualen an der Zapfsäule", sagte der US-Regierungsvertreter. Die Ankündigung, die Notreserven anzuzapfen, erfolgt kurz vor dem Feiertag Thanksgiving am Donnerstag, der in den USA eine riesige Reisewelle auslöst.

Die hohe Inflationsrate - im Oktober lag sie im Jahresvergleich bei 6,2 Prozent und damit dem höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren - hat Biden politisch schwer geschadet. Der Unmut der Bürger über steigende Verbraucherpreise spiegelt sich auch in schlechten Umfragewerten für den Präsidenten wider. Biden ist das Thema Inflation deswegen zuletzt entschiedener angegangen. Am Dienstag wollte er sich in einer Rede zu dem Thema äußern.

Zwar sind die Ölpreise zuletzt angesichts einer steigenden Produktion gesunken. Das schlägt sich aber nicht in den Benzinpreisen nieder. Washington verdächtigt die Treibstoffkonzerne deswegen "wettbewerbsfeindlicher Praktiken", wie der US-Regierungsvertreter sagte. Die Regierung prüfe, ob illegale Handlungen zu höheren Benzinpreisen führten.

fs/hcy

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