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US-Notenbank fehlt die Wirkung in der Kommunikation

·Lesedauer: 2 Min.

Die Fed betrachtet ihre Kommunikation über künftige Geldpolitik als wichtiges Politikinstrument. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass die Botschaften selten ankommen.

Am 27. August hat US-Notenbankchef Jerome Powell in einer an den Finanzmärkten viel beachteten und bis heute in Marktausblicken zitierten Rede eine neue geldpolitische Strategie verkündet: Die Fed will ihr Inflationsziel von zwei Prozent flexibler gestalten.

Im Kern bedeutet das im derzeitigen Umfeld ein Bekenntnis zu einer lockereren Geldpolitik. Wenn die Inflation wie derzeit der Fall, lange Zeit unter der Marke von zwei Prozent gelegen hat, will die Federal Reserve künftig zum Ausgleich einige Jahre eine Inflation von über zwei Prozent tolerieren.

Die Idee dahinter folgt der von den Notenbanken verwendeten neokeynesianischen Theorie. Nach der Verkündung der neuen Strategie, so der Gedanke, werden die Menschen für die Zukunft mehr Inflation erwarten. Das senkt den um die Inflationserwartung bereinigten Realzins, was wiederum dazu führt, dass Konsumenten, Unternehmer und Manager mehr Geld ausgeben werden.

Vier Ökonomen, darunter Raphael Schoenle von der Notenbankfiliale in Cleveland, haben diese Theorie nun unter dem Titel „Average Inflation Targeting and Household Expectations“ mit Befragungsdaten überprüft.

Sie stellten fest, dass nach dieser in den Medien stark verbreiteten Ankündigung der neuen Fed-Strategie nur eine Minderheit der Befragten angab, in letzter Zeit Neuigkeiten von der Notenbank wahrgenommen zu haben. Diejenigen, die von dem Strategiewechsel gehört hatten, hatten noch dazu kaum mehr Ahnung von der neuen Strategie als die Unwissenden.

Die meisten geben als Ziele der Fed einen starken Dollar und niedrige Zinsen an, damit der Staat sich günstig refinanzieren kann. Selbst Menschen, denen die Ökonomen die alte und die neue Strategie in allgemein verständlichen Worten erklärten, zogen daraus nicht ansatzweise die Schlüsse für das eigene Verhalten, auf die die Theorie der Notenbanken zählt.

Man darf also getrost annehmen, dass die unterstellten Mechanismen, wie die Geldpolitik auf die produzierende und konsumierende Wirtschaft wirkt, Humbug sind. Sie stecken auch an anderer Stelle voller extrem wirklichkeitsferner Annahmen. Das heißt nicht, dass die angekündigte lockerere Geldpolitik nicht wirkt – nur anders.

Sie wirkt über die Finanzmärkte, indem sie die Preise aller Vermögenswerte nach oben treibt und so die Vermögen der Reichen und die Bilanzwerte der Banken und Unternehmen hoch hält. In zweiter Linie hilft das auch der Gesamtwirtschaft, ein bisschen.

Mehr: Fed erklärt ihre neue Strategie.