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US-Insider fliehen so schnell von der Börse wie seit 2012 nicht

Vildana Hajric und Lu Wang (News)
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Ein Warnsignal für Anleger, die die jüngste Marktschwäche zum Einstieg nutzen wollen, geht vom Investmentverhalten von Topmanagern aus. Die Investorengruppe hatte die Börsen-Talsohle im März korrekt vorausgesehen. Im aktuellen Ausverkauf ist sie nun bei weitem nicht dabei, auf Schnäppchenjagd zu gehen.

In den vergangenen vier Wochen haben Führungskräfte und Direktoren von S&P 500-Unternehmen eifrig Aktien ihrer eigenen Unternehmen abgestoßen. Das Verhältnis von Verkäufen zu Käufen zog so stark an, dass ein Insider-Barometer von Sundial Capital Research die schnellste Börsenflucht seit 2012 konstatierte.

Zwar können auch andere Faktoren als die Bewertung Insider-Verkaufsentscheidungen beeinflussen. Da Topmanager aber am besten über die Geschäftslage von Unternehmen informiert sein dürften, ist der Trend für Anleger eine wenig ermutigende Nachricht.

Der S&P 500 steuert auf den schlechtesten September seit der globalen Finanzkrise zu. Angesichts des 2,4%-Einbruchs am Mittwoch hat sich der Index inzwischen rund 10% vom Rekordhoch entfernt, das er am 2. September erreicht hatte. Die bisherigen Zuwächse seit dem Jahreswechsel sind dahin.

“Sie stimmen mit ihren Füßen ab”, sagte Dan Genter, Chef von RNC Genter Capital Management, mit Blick auf die Insiderverkäufe. „Es ist kein Signal, dass ihre Unternehmen in Zukunft nicht gut abschneiden werden. Aber eben nicht derart gut, vom Relative-Value-Ansatz her betrachtet.”

In der vergangenen Woche haben Unternehmensinsider Aktien im Wert von rund 975 Millionen Dollar verkauft, mehr als doppelt so viel wie in der Vorwoche, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten der Börsenaufsicht SEC zeigen. Ihre Käufe stiegen um rund 10%, lagen allerdings dennoch nur bei 11 Millionen Dollar.

Zu den Führungskräften, die in diesem Monat Aktien abgestoßen haben, gehören Amy E. Hood, die Finanzchefin von Microsoft Corp., und der CEO des US-Materialentwicklers Corning Inc., Wendell P. Weeks.

Im März, nachdem die Börse in einen beispiellos rapiden Bärenmarkt abgerutscht war, hatten Unternehmensinsider den Aktiensturz eifrig für Käufe genutzt. Im Moment ist der S&P 500 billiger als vor drei Wochen, doch eine so günstige Gelegenheit wie im März bietet er noch nicht.

Die Liste von Konjunkturrisiken ist indessen lange: schwindende Chancen auf ein neues Stützungspaket im US-Kongress gehören ebenso dazu wie besorgniserregende Covid-19-Trends weltweit und verstärkte Spannungen zwischen den USA und China. Ganz zu schweigen von den US-Präsidentschaftswahlen im November. Gefahrenpotenzial für die aufkeimende Konjunkturerholung gibt es somit genug.

Überschrift des Artikels im Original:Insiders Sell Stock at Fastest Pace Since 2012 in Market Dip (1)

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