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Biden kritisiert "Neandertaler-Denken" bei Aufhebung von Maskenpflicht

·Lesedauer: 2 Min.

US-Präsident Joe Biden hat die Aufhebung der Maskenpflicht in den Bundesstaaten Texas und Mississippi scharf kritisiert. "Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist Neandertaler-Denken", sagte Biden am Mittwoch. Die Aufhebung der Maskenpflicht inmitten der Corona-Pandemie sei "ein großer Fehler". "Diese Masken machen einen Unterschied aus." Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC warnte vor einer vorschnellen Aufhebung von Corona-Schutzmaßnahmen.

Texas hatte am Dienstag angekündigt, die Maskenpflicht und nahezu alle weiteren Corona-Beschränkungen aufzuheben. Ab Mittwoch kommender Woche sollen alle Betriebe - also auch Bars und Restaurants - wieder zu 100 Prozent arbeiten dürfen. Mississippi geht den gleichen Weg.

CDC-Chefin Rochelle Walensky kritisierte dies am Mittwoch deutlich. "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, alle Beschränkungen zu beenden", sagte Walensky bei einer Presseunterrichtung. Der nächste Monat oder die nächsten zwei Monate seien "wirklich ausschlaggebend" für die weitere Entwicklung der Pandemie.

Die CDC-Chefin rief die Bürger auf, ungeachtet der Entscheidungen der Bundesstaaten "das Richtige" zu tun. Die Menschen sollten weiter Schutzmasken tragen und Abstand zu anderen einhalten. Walensky warnte insbesondere vor der rapiden Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten. Diese könnten die zuletzt erzielten Erfolge wieder zunichte machen.

Der Corona-Berater des Weißen Hauses, Andy Slavitt, gab Walensky demonstrativ Rückendeckung. Präsident Biden stehe "zu 100 Prozent" hinter den Empfehlungen der CDC und der Behördenchefin.

In den USA sind schon mehr als 515.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben - die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Zuletzt ist die Zahl der Neuinfektionen aber deutlich zurückgegangen. Außerdem kommt die Impfkampagne schnell voran. Nach Angaben von Präsident Biden dürften die USA schon bis Ende Mai ausreichend Corona-Impfstoffe haben, um alle erwachsenen Bürger des Landes zu impfen - zwei Monate früher als bislang angenommen.

Der konservative Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte unter anderem auf die neuen Impfstoffe verwiesen, als er am Dienstag die Aufhebung der Corona-Beschränkungen angekündigt hatte. "Mit den medizinischen Fortschritten bei Impfungen und Antikörper-Therapien hat Texas jetzt die Instrumente, um die Texaner vor dem Virus zu schützen."

Abbott verwies zudem auf die wirtschaftlichen Probleme infolge der Corona-Maßnahmen. "Zu viele Besitzer von kleinen Unternehmen kämpfen, um ihre Rechnungen zu begleichen", sagte Abbott. "Das muss enden. Die Zeit ist gekommen, Texas zu 100 Prozent zu öffnen." Experten halten das für verfrüht - und warnen vor einem neuen Anstieg der Infektionszahlen.

Viele Texaner äußerten aber Zustimmung zu den Plänen des Gouverneurs. "Ich denke, diese Ankündigung ist fantastisch", sagte Ron Mart, der in der Erdölindustrie arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. "Lasst die Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen." Der Gouverneur sei schließlich nicht seine "Mutter".

Der demokratische Bürgermeister der texanischen Millionenmetropole Houston, Sylvester Turner, kritisierte Abbotts Entscheidung dagegen scharf. "Jedes Mal, wenn wir uns in die richtige Richtung bewegen, schreitet der Gouverneur ein und wirft uns zurück." Er rief die Bürger auf, weiterhin Schutzmasken zu tragen.

fs/muk