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Hacker haben offenbar auch US-Atomwaffenbehörde attackiert

Meiritz, Annett
·Lesedauer: 2 Min.

Das Ausmaß der Cyber-Attacken auf die US-Regierung ist größer als bislang angenommen. Offenbar drangen Hacker auch ins System der Atomwaffen-Behörde ein.

Der Hackerangriff auf US-Behörden soll mindestens seit März andauern. Foto: dpa
Der Hackerangriff auf US-Behörden soll mindestens seit März andauern. Foto: dpa

Die umfangreichen Hackerangriffe in den USA zielten wohl auch auf das Herzstück der nationalen Sicherheit ab. So drangen Cyber-Spione in die US-Atomwaffenbehörde ein, berichtete das Magazin „Politico“ in der Nacht zum Freitag. Die National Nuclear Security Administration (NNSA) ist im Energieministerium angesiedelt und verwaltet die US-amerikanischen Nuklearwaffen. Die zuständigen Kongress-Ausschüsse seien am Donnerstag über das Sicherheitsleck unterrichtet worden, hieß es weiter.

Zuvor hatte sich die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit, Cisa, erstmals ausführlich zur Serie von Cyberangriffen auf verschiedene Ministerien geäußert. Seit März seien immer wieder Regierungseinrichtungen attackiert worden, von den Angriffen gehe „ernste Gefahr“ aus, teilte die Cisa mit.

Laut Einschätzung der Behörde hätten die Angreifer „Raffinesse und komplexes Handwerk“ demonstriert. Es sei „extrem schwierig“, die Eindringlinge aus den Systemen zu entfernen. Der Angriff erwischt die mitten in einer Führungskrise, der bisherige Cisa-Direktor Christopher Krebs war erst im November zurückgetreten.

Die „Washington Post“ und die „New York Times“ hatten berichtet, bei den Angreifern handele es sich um Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die russische Regierung weist das zurück. Die Nachrichtenagentur AP zitierte einen Regierungsbeamten mit den Worten: „Das scheint die schlimmste Hackerattacke aller Zeiten zu sein. Sie sind wirklich überall reingekommen.“

Viele Details über die Angriffswelle sind noch unbekannt. Laut Politico waren verschiedene Bereiche der Atombehörde betroffen, darunter die Abteilungen für zivile und militärische Atomforschung sowie die die IT-Systeme der Aufsicht für Uran-Transporte. Angegriffen wurde demnach auch die sogenannte Federal Energy Regulatory Commission (FERC), die Teile des nationalen Stromnetzes übersieht.

Größere außenpolitische Konsequenzen möglich

Cisa hatte diese Woche erläutert, wie es den Hackern gelingen konnte, in die Behörden einzudringen. Offenbar nutzten sie Schadsoftware, die sie über ein weit verbreitetes Programm der Firma Solarwinds aus Texas einschleusten. Zu den Kunden von Solarwinds gehören Regierungshäuser, aber auch große Firmen aus dem Privatsektor. Auch der Softwarekonzern Microsoft hat das Programm genutzt und ist vom Hackerangriff.

Sollte nachgewiesen werden, dass die Serie tatsächlich ihren Ursprung in Russland hat, könnte das größere außenpolitische Konsequenzen nach sich ziehen. Bislang hat das Weiße Haus den Kreml nicht offiziell beschuldigt. Auch Donald Trump selbst äußerte sich noch nicht, was der republikanische Senator Mitt Romney scharf kritisierte: „Es ist fast so, als würde ein russischer Bomber über Washington fliegen, und keiner reagiert.“

Die US-Regierung hat in der Vergangenheit eine strikte Sanktionspolitik gegen Moskau verfolgt. Der künftige US-Präsident Joe Biden erklärte IT-Sicherheit zur „höchsten Priorität“. Feinde sollten „wissen, dass ich Cyberangriffen auf unsere Nation nicht tatenlos zusehen werde.“