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US-Beamte wollen russische Oligarchen-Yacht beschlagnahmen – doch die Besatzung weigert sich aus zwei Gründen

"Die Amadea" im türkischen Bodrum.
"Die Amadea" im türkischen Bodrum.

Die Besatzung einer 300-Millionen-US-Dollar-Superyacht, die mit einem sanktionierten russischen Oligarchen in Verbindung steht, "weigert sich, mit den US-Behörden zu segeln". Diese hatten bereits versucht, das Schiff zu beschlagnahmen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die dem Sender "CBS News" vorliegen.

Seit Wochen bemühen sich die US-Behörden um die Beschlagnahmung der Luxus-Superyacht Amadea, die vor der südpazifischen Insel Fidschi ankert. Nach Angaben des Justizministeriums gehört sie dem russischen Milliardär Suleiman Kerimov. Das langwierige Gerichtsverfahren wurde am 7. Mai noch komplizierter, als die Schiffsbesatzung sich weigerte, den US-Behörden bei der Ausfahrt des Schiffes zu helfen, wie "CBS" berichtete.

Besatzungsmitglieder fürchten um beruflichen Ruf, wenn sie gegen ihren Arbeitsvertrag verstoßen

Laut "CBS"-Bericht, der sich auf eine eidesstattliche Erklärung des britischen Kapitäns John Walsh stützt, gab es zwei Gründe für die Weigerung der Besatzung. Erstens werden die Besatzungsmitglieder nicht mehr dafür bezahlt, die Amadea zu fahren, weil die Gelder des Eigentümers eingefroren wurden. Darüber hinaus befürchtet die Besatzung, dass ein Verstoß gegen ihren Arbeitsvertrag durch die Zusammenarbeit mit den US-Strafverfolgungsbehörden ihren beruflichen Ruf ruinieren könnte, heißt es in dem Bericht.

Der Oligarch, Suleiman Kerimov.
Der Oligarch, Suleiman Kerimov.

"Kurz gesagt, die derzeitige Besatzung der Amadea weigert sich, mit den US-Behörden an Bord der Amadea zu einem unbestimmten Ziel zu fahren", schrieb Walsh. Nach dem Vorfall haben die USA offenbar eine neue Besatzung für das Schiff angeheuert. Der Kapitän des Schiffes lehnte es jedoch wiederholt ab, neue Besatzungsmitglieder an Bord zu nehmen, da sie nicht ordnungsgemäß "überprüft" worden seien, heißt es bei "CBS".

Yachtbesitzer Kerimow soll "enge Beziehungen" zum russischen Präsidenten unterhalten

Die 106 Meter lange Amadea, die mit einem Hubschrauberlandeplatz, einem Pool und acht Kabinen ausgestattet ist, ist eine der größten Superyachten der Welt. Kerimow, der mutmaßliche Eigentümer, wurde 2018 von den USA mit Sanktionen belegt und soll "enge Beziehungen" zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhalten. Der milliardenschwere Goldmagnat ist einer von Dutzenden Oligarchen, deren Auslandsvermögen beschlagnahmt worden ist.

Der Anwalt des Oligarchen argumentierte, dass der wahre Eigentümer des Schiffes ein russischer Ölmanager namens Eduard Chudainatow ist, der nicht sanktioniert ist. Am Freitag wies ein fidschianisches Gericht den Einspruch des Anwalts ab, der die Beschlagnahmung des Schiffes verhindern wollte. Er hat eine Woche Zeit, um die Entscheidung anzufechten.

Unabhängig vom Fall Chudainatow sind die USA bisher hinter ihren europäischen Verbündeten zurückgeblieben, wenn es darum geht, die "unrechtmäßigen Gewinne" der sanktionierten Milliardäre zu beschlagnahmen. Dabei erhofften sich Beamte von der wirtschaftlichen Strafe, dass sie die Elite des Landes gegen Putin aufbringt.

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

Chrystia Freeland
Chrystia Freeland
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