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Nach Trump-Infektion: US-Börsen notieren uneinheitlich

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An der Wall Street kann der Leitindex Dow Jones seine anfänglichen Verluste wieder ausgleichen. Tech-Aktien jedoch stehen weiter unter Druck.

Die US-Börsen haben auf die Nachricht von Donald Trumps Covid-Infektion mit Verlusten reagiert. Der US-Leitindex Dow Jones notierte 0,7 Prozent schwächer, glich im späten Handel seine Verluste jedoch wieder aus. Der S & P 500 lag 0,5 Prozent im Minus. Etwas größer waren die Abschläge bei der Technologiebörse Nasdaq, die bis zu zwei Prozent verlor.

An der Frankfurter Börse war die Nachricht zunächst mit größeren Verlusten aufgenommen worden, nach der Öffnung der US-Märkte erholte sich der Dax leicht.

Trump hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, er und seine Ehefrau Melania seien positiv auf den Krankheitserreger getestet worden. Vier Wochen vor der US-Präsidentenwahl steuern die Börsen damit in unruhiges Fahrwasser. Entscheidend für den weiteren Verlauf ist aus Sicht von Strategen nun, welche Folgen die Infektion für den US-Präsidenten hat.

Nach ersten Berichten hat es Donald Trump bisher nicht so hart getroffen: Nach Informationen der „New York Times“ habe er leichte Erkrankungssymptome. Die Zeitung bezog sich dabei am Freitagmorgen (Ortszeit) auf zwei Personen, die über Trumps Zustand unterrichtet seien. Laut einer von ihnen handelt es sich dabei um Erkältungssymptome. Am Donnerstagabend sei noch über einen Behandlungsplan für den Präsidenten diskutiert worden.

„Im Moment gibt es mehr Fragen als Antworten (und) die Aktienmärkte neigen dazu, zuerst zu verkaufen und später Fragen zu stellen“, sagte Ryan Detrick, Marktstratege beim Vermögensverwalter LPL Financial. Die Corona-Testergebnisse von Vizepräsident Mike Pence und Trumps Herausforderer Joe Biden waren negativ.

Hinzu kommt, dass sich die Erholung am US-Arbeitsmarkt überraschend deutlich verlangsamt. Nach der Entlassungswelle im Frühjahr schufen die Firmen außerhalb der Landwirtschaft im September 661.000 Stellen statt der von Ökonomen im Schnitt erwarteten 850.000. Die Beschäftigtenzahl in den USA liege immer noch mehr als zehn Millionen unter dem Stand vor Pandemieausbruch, rechnete Stratege Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe vor. „Eine vollständige Genesung des Arbeitsmarktes wird wohl nicht gelingen oder liegt in sehr weiter Ferne.“

Nach zwei Tagen satter Kursgewinne machten Aktionäre bei Tesla Kasse. Die Aktien fielen um 4,7 Prozent. Der Elektroauto-Bauer hatte die Erwartungen der Analysten mit 139.300 ausgelieferten Fahrzeugen im dritten Quartal übertroffen.