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Urteil im Streit um Gendersprache bei Audi erwartet

INGOLSTADT (dpa-AFX) - Im Prozess um eine geschlechtergerechte Sprache bei Audi will das Landgericht Ingolstadt am Freitag (8.30 Uhr) eine Entscheidung verkünden. Ein Mitarbeiter der Konzernmutter VW <DE0007664039>, der mit Audi-Kollegen zusammenarbeiten muss, hatte den Ingolstädter Autohersteller auf Unterlassung verklagt. Der Kläger sieht durch Audis Gender-Leitfaden seine allgemeinen Persönlichkeitsrechte verletzt (Az. 83 O 1394/21).

Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr eine Unternehmensrichtlinie zu Gendersprache erlassen. "Audi möchte gendersensible Formulierungen von nun an in der internen und externen schriftlichen Audi Kommunikation allgegenwärtig machen", begründete das Unternehmen den Schritt im März 2021. Dies sei ein Zeichen für Gleichberechtigung und solle die Vielfalt der Geschlechter besser abbilden.

Der Kläger stört sich daran, dass seitdem in der Kommunikation mit ihm Genderformen wie der Unterstrich ("Mitarbeiter_innen") genutzt werden sollen. Sein Anwalt Dirk Giesen betonte, der Kläger "möchte in Ruhe gelassen werden mit dieser Gendersprache". Audi soll nach Ansicht des Klägers verpflichtet werden, ihm keine Mails, Mailanhänge und Präsentationen mit diesen sogenannten Gender-Gaps mehr zu schicken - und bei Verstößen 100 000 Euro zahlen.

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