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Urlaubszeit – aber kein digitaler Impfausweis: Wie leicht können Corona-Genesene im Sommer verreisen?

·Lesedauer: 4 Min.
Vollständig Geimpfte können sich in der Apotheke ein digitales Zertifikat über ihren Immunschutz ausstellen lassen. Für Genesene ist das bislang noch nicht möglich,
Vollständig Geimpfte können sich in der Apotheke ein digitales Zertifikat über ihren Immunschutz ausstellen lassen. Für Genesene ist das bislang noch nicht möglich,

Mehr als 3,6 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Covid-19-Infektion überstanden und gelten somit als genesen. Viele von ihnen haben zusätzlich zu der Immunität, die ihnen die Krankheit beschert hat, auch schon eine Impfung als "Booster" verabreicht bekommen: Das ist frühestens sechs Monate nach der Corona-Diagnose möglich. Genesene sind dadurch noch besser vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

Obwohl von Genesenen ein ähnlich geringes Risiko ausgeht wie von vollständig Geimpften, ist die Gruppe bei Reisen vor allem ins nicht europäische Ausland aktuell deutlich benachteiligt. Der Grund: Der digitale Impfnachweis, den Immune seit Mitte Juni auf ihr Handy laden können, ist für Genesene noch nicht verfügbar. Nach Informationen von Business Insider zieht sich die Entwicklung eines entsprechenden Moduls aktuell noch hin – und das, obwohl die Reisezeit nun begonnen hat.

Business Insider erklärt, welche Folgen das nun für Genesene hat:

Wie funktioniert der digitale Impfausweis?

Seit zwei Wochen können vollständig Geimpfte das sogenannte "digitale Impfzertifikat" in Apotheken erhalten. Ungefähr eine Million Stück werden derzeit pro Tag ausgestellt. Hat man den eigenen Impfstatus auf dem Smartphone hinterlegt, kann man diesen jederzeit unkompliziert vorzeigen – etwa beim Restaurantbesuch oder auf Reisen innerhalb der Europäischen Union. Das bietet eine Menge Vorteile: Man muss den gelben Impfpass nicht mehr überall mitnehmen und läuft daher auch keine Gefahr, diesen zu verlieren. Auch vor Fälschungen soll der virtuelle Impfpass besser als seine analoge Entsprechung geschützt sein. Außerdem soll der Digitalnachweis auch den Sommerurlaub innerhalb Europas einfacher machen: Etwa an Flughäfen kann das Kontrollieren des Impfstatus damit deutlich schneller erfolgen.

Akzeptieren alle Länder das digitale Zertifikat?

In Europa soll es so sein. Und perspektivisch soll der Nachweis auch in anderen Ländern gültig sein. Ob auch Länder außerhalb der EU akzeptieren, dass Menschen mit überstandener Covid-Erkrankung und nur einer Auffrischimpfung als vollständig immunisiert gelten, steht aber de facto noch in den Sternen. Viele andere Länder, etwa die USA, impfen auch Genesene doppelt. Ob bei einreisenden Touristen, die Corona überstanden haben, eine einzelne Impfung akzeptiert wird, ist daher fraglich. Auch hier könnte auf Genesene also Ärger zukommen, wenn die Grenzen wieder für europäische Touristen geöffnet werden. Aktuell befindet sich die EU in Gesprächen mit anderen Ländern, um diese Frage zu klären – Ausgang: ungewiss.

Wann kriegen auch Genesene den digitalen Impfpass?

Die Möglichkeit, einen Genesenenstatus oder einen Genesenenstatus plus Einfach-Boost-Impfung in der eigens dafür gelaunchten CovPass-App oder der Corona-Warn-App anzugeben, wird noch etwas auf sich warten lassen müssen. Man habe mit dem Start der Ausgabe der Zertifikate nicht warten wollen, bis auch dieses Feature vollständig entwickelt sei, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor kurzem auf einer Pressekonferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler. „Da bitte ich einfach um Geduld und Verständnis.“ Spahn wies darauf hin, selbst ein Betroffener zu sein – er war im Oktober 2020 an Corona erkrankt und erhielt im Mai seine Einfach-Impfung mit AstraZeneca. Auf die Frage, wann Genesene ihren Genesenen- und Impfstatus denn nun im digitalen Zertifikat hinterlegen können, antwortete Spahn, das Ziel sei, ein Update, das diese Funktion enthalte, „Ende Juni, Anfang Juli – möglichst bald“ freizuschalten. Ein genaues Datum nennt das Bundesgesundheitsministerium auch auf schriftliche Nachfrage von Business Insider nicht.

Wie ist die Situation für Genesene ohne PCR-Nachweis einer Infektion?

Kompliziert ist die Lage vor allem für Personen, die genesen sind, aber keinen positiven PCR-Test vorweisen können, der ihre Erkrankung bestätigt. Nicht immer wurde dieser zu Beginn der Pandemie an Erkrankte ausgehändigt, und manchmal ist es nicht möglich, sich diesen noch nachträglich vom Labor schicken zu lassen. Ein Antikörpernachweis und eine Booster-Impfung werden aber nicht ausreichen, um den digitalen Impfnachweis zu erhalten, so Spahn. Zu groß sei die Ähnlichkeit zwischen Sars-Cov-2-Antikörpern und Antikörpern gegen verwandte Erreger.

Wer also auch nachträglich nicht an den positiven PCR-Test kommt, der die überstandene Infektion nachweist, muss sich trotzdem doppelt impfen lassen, um als vollständig immun zu gelten. Erst dann kann der Nachweis beantragt werden. Medizinisch ist die zweite Impfung nach einer überstandenen Infektion laut Spahn aber „unproblematisch“.

Kriegen Genesene auch eine zweite Impfung?

Eine zweite Dosis, wie regulär bei den Präparaten von Biontech, Moderna oder AstraZeneca vorgesehen, ist aktuell nicht vorgesehen. Der Grund dafür ist, dass der medizinische Effekt von zwei Dosen gegenüber nur einer Dosis bei Genesenen gering ist. Zudem ist Impfstoff noch immer vielerorts knapp. Laut einer Studie schützt die Kombination aus Genesung und einer Impfung aber genauso gut oder sogar noch besser als die zwei Impfungen, die an Nicht-Erkrankte verabreicht werden. Daher bleibt es vorerst bei nur einer Spritze für Geimpfte. So ist es zumindest in Deutschland geregelt.

Wie groß ist die Gefahr, die von Genesenen ausgeht?

Das Risiko, als genesene Person nochmals an Covid-19 zu erkranken, ist sehr klein, und auch die Gefahr, das Virus an andere weiterzugeben, schätzt das Robert Koch-Institut als äußerst gering ein. Genesene müssen sich also kaum Sorgen machen, wenn sie im Sommer verreisen wollen – insbesondere dann nicht, wenn sie zusätzlich auch noch ein Mal geimpft worden sind.

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