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UPS verwirft die Übernahme von TNT Express

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Amsterdam (dapd). Angesichts anhaltender Bedenken der EU-Wettbewerbshüter hat das US-Logistikunternehmen UPS seine geplante Übernahme der niederländischen Firma TNT Express platzen lassen. Die Brüsseler Haltung zum wohl größten Geschäftsabschluss seines Unternehmens habe ihn "extrem enttäuscht", sagte UPS-Geschäftsführer Scott Davis am Montag. Der Deal hätte Kunden in aller Welt Vorteile verschafft und "vor allem in Europa" das Wirtschaftswachstum angekurbelt, fügte er hinzu.

UPS hatte TNT im vergangenen März ein Übernahmeangebot in Höhe von 6,9 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) unterbreitet. Damit wollte der US-Konzern dem europäischen Marktführer - der Deutsche-Post-Tochter DHL - Paroli bieten. Allerdings äußerte die EU-Wettbewerbsbehörde im Oktober Befürchtungen, dass der Deal zu einer zu großen Marktdominanz in der Branche führen könnte.

UPS lenkte daraufhin ein und bot unter anderem an, einen Teil seines Paketdienstes und Flughafengeschäfts abzustoßen. Doch nach einem Treffen mit den Wettbewerbshütern am vergangenen Freitag sah UPS keine Chancen mehr auf die Übernahme und schloss auch weitere Zugeständnisse aus.

Für das Scheitern des Geschäftsabschlusses bekommt TNT von UPS eine Aufhebungszahlung von 200 Millionen Euro. Für das niederländische Unternehmen dürfte das Geld allerdings nur ein schwacher Trost sein. Kurz nach Handelsbeginn in Amsterdam sackte die TNT-Aktie um 50 Prozent ab, bevor sie sich wieder etwas erholte. Schon im dritten Quartal 2012 hatte TNT einen Umsatzverlust von drei Millionen Euro hinnehmen müssen.

Für die Deutsche Post (Other OTC: DPSGY - Nachrichten) ist die geplatzte Übernahme im Nachbarland jedoch eine gute Nachricht. Deren Tochter DHL darf nun ihre Marktführerschaft auf dem europäischen Expressmarkt behalten.

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