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Unwetter mit orkanartigen Böen erwartet

Sturmschäden an einem Wald in Nordrhein-Westfalen nach Orkan Kyrill im Januar 2007 (Bild: Reuters/Ina Fassbender)

In Deutschland droht ein Unwetter, möglicherweise mit Auswirkungen auf den Bahnverkehr. “Von Sonntag auf Montag sehen wir eine brisante Orkanlage”, sagte der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach. “Am Montag könnte der Bahnverkehr massiv behindert sein.” Deutschland müsse sich darauf vorbereiten.

An den Küsten und in den Bergen seien in der Nacht auf Montag “volle Orkanböen” mit Geschwindigkeiten von 118 Stundenkilometer und mehr zu erwarten, in den tieferen Bereichen orkanartige Böen zwischen 103 und 118 Stundenkilometer. Am Wochenende werde der DWD Unwetterwarnungen herausgeben, wenn genaue Einschätzungen auch nach Regionen vorliegen, sagte Friedrich. Im Moment seien Details noch nicht absehbar.

“Deutschland muss sich aber darauf vorbereiten”, meinte der Meteorologe. Gegenstände im Freien sollten in Sicherheit gebracht werden, Autos nicht unter Bäumen stehen, damit sie nicht von heruntergewehten Ästen beschädigt werden. Da auch Straßen durch Bäume blockiert und Dachziegel heruntergeschleudert werden könnten, “sollte auf Autofahren vielleicht sogar ganz verzichtet werden”.

Sturm so schlimm wie Orkan Kyrill?

Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met sieht Parallelen zu einem der schlimmsten Stürme der letzten Jahre: “Da steht uns wirklich eine gefährliche Wetterlage ins Haus. So einen flächigen Sturm hatten wir in Deutschland schon länger nicht mehr. Da werden unter anderem Erinnerungen an den Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007 wach. Wird es dieses Mal genauso schlimm? Das kann man heute noch nicht sagen, doch es sieht nicht gut aus”, sagte er dem Wetterportal wetter.net.

“Das heutige Morgenmodell des europäischen Wetterdienst modelliert beispielsweise über Nordrhein-Westfalen in der Nacht zu Montag recht verbreitet Orkanböen bis 130 km/h. Da kann man schon von einem ordentlichen Brummer mit Schadenspotenzial werden. Aber auch die anderen Bundesländer könnten heftig vom Sturm getroffen werden. Er wird wohl den Namen Sabine tragen. Da heißt es in der Nacht zu Montag vorsichtig sein. Am besten nicht im Freien unterwegs sein. LKW sollten auf den Parkplätzen bleiben, wegen den heftigen Seitenwinden, auf dem Weg zur Arbeit sollte man am Montagmorgen viel Zeit einplanen. Dieser Sturm ist schon nicht ohne und Aufenthalte im Freien können lebensgefährlich werden”

Laut DWD steht “schwere Sturmlage” bis einschließlich Dienstag “nicht nur uns in Deutschland ins Haus”. Vor allem auch Großbritannien, Irland, Nordfrankreich, Benelux und Dänemark dürften betroffen sein.

Bis zum Wochenende soll das Wetter noch vergleichsweise gemütlich bleiben. Am Freitag mit Höchstwerten zwischen 2 und 10 Grad, am Samstag zwischen 4 und 11 Grad.

(mit Material von dpa und wetter.net)