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Unruhige Börsen: Unterschätzen Anleger das Crash-Risiko?

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 3 Min.

Es braut sich etwas zusammen an den Märkten: Die Ausschläge werden wilder. Die Vorjahresfavoriten werden verkauft, die Vorjahresverlierer gekauft, Anleihen ziehen an, die Nervosität steigt. Steigen auch die Crashgefahren?

New Yorker Wall Street
New Yorker Wall Street

Der März war schon immer ein spezieller Monat – nicht umsonst taufte Schriftsteller-Legende Ernest Hemingway seine erste Novelle „Die Sturmfluten des Frühlings“. Der Winter schält sich ab, die Wärmeperiode kündigt sich an – zwischendurch herrscht Chaos.

Kaum anders verhalten sich die Weltbörsen in diesen März-Tagen – und folgen damit historischen Vorbildern. Im März 2000 endete die spektakuläre Millenniumshausse – der Crash und drei Jahre Bärenmarkt folgten. Im März 2009 wiederum erreichte der dramatische Ausverkauf im Zuge der großen Finanzkrise seinen Höhepunkt – im Anschluss stiegen die Kurse wieder.

März wieder als Wendepunkt?

Genauso verhielt es sich vor einem Jahr nach dem massivsten Abverkauf in der Börsenhistorie im Zuge der Panik vor der Corona-Pandemie. Tatsächlich sollten es historische Kaufkurse sein. Ein Jahr danach dürften sich viele Anleger fragen, ob sie wieder an einem Wendepunkt stehen.

Die Anzeichen verdichten sich, dass etwas Eigenartiges an den Märkten passiert. Seit mehr als einem Monat werden ausgerechnet die Corona-Gewinner des Vorjahres an den Börsen abverkauft – Qualitätstitel wie Apple oder Amazon haben plötzlich zweistellige Kursverluste zu beklagen. Auf der Gewinnerseite finden sich dagegen plötzlich die Verlierer des Vorjahres – Tourismus- und Reisekonzerne, Ölunternehmen und Banken.

Ausschläge bei Reddit-Aktien und Kryptowährungen als Alarmzeichen?

Und mehr noch: Die wilde Achterbahnfahrt von Aktien wie Gamestop, die in Chatforen wie Reddit empfohlen werden, aber auch die immer spektakuläreren Kurszuwächse bei Kryptowährungen stellen Marktexperten zunehmend vor Rätsel.

Ausgerechnet der „The Big Short“-Star, Hedgefondsmanager Michael J. Burry, warnte unlängst vor dieser unheimlichen Verquickung von spekulativen Exzessen. „Heutige Modeerscheinungen wie Bitcoin, Elektroautos, 'Software-as-a-Service' (Cloud Computing) und Mem-Aktien sind wie Immobilien im Jahr 2007 und Internetaktien 1999“, twittert der Chef des Hedgefonds Scion Asset Management Anfang März.

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Die zugrunde liegenden Argumente wären nicht falsch, aber die Anlageklassen seien durch spekulative Leidenschaft viel zu weit nach oben getrieben worden, und „der Absturz wird dramatisch und schmerzhaft ausfallen“, prognostizierte Burry.

Ist der „TINA“-Trade zu Ende?

Angesichts der immer rasanter gestiegenen Aktienbewertungen könnten Anleger nach mehr als einer Dekade der Kurszuwächse nun zum Umdenken kommen – nicht zuletzt dank wieder anziehender Anleihemärkte. Nähern sich die zehnjährigen US-Staatsanleihen der Renditemarke von zwei Prozent, könnten immer mehr Anleger versucht sein, ihre Aktienbestände in festverzinsliche Papiere umzuschichten. Das Ende des sogenannten „TINA“-Trades, der für „There is no Alternative“ steht, wäre dann in Sicht: Alternativen zu Aktien wären dann nämlich Bonds.

Regelrechte Kassandrarufe sendet unterdessen Fondsmanager John Hussmann aus, der die Märkte am Vorabend historischer Crash-Niveaus sieht. „Anleger bewerten den S&P 500 aktuell auf einem Niveau wie 1929 und 2000, der wahrscheinlich eine ganze Dekade negativer Kursentwicklungen nach sich zieht“, malt der Präsident des Hussman Investment Trust schwarz. Anleger können in diesen stürmischen Märztagen zumindest nicht sagen, sie wären von der Geschichte nicht gewarnt worden…