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UNDP-Chef Steiner: Corona wirft viele Länder um Jahre zurück

BERLIN (dpa-AFX) - Viele Staaten werden nach Einschätzung des UN-Entwicklungsprogramms UNDP wegen der Corona-Krise "Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte ihres Entwicklungsfortschritts verlieren". Die weltweite Seuche zeige, dass Investitionen in Bildung, soziale Sicherungssysteme und kompetente Regierungen sich auszahlten, um solche Krisen zu meistern, sagte UNDP-Chef Achim Steiner im Deutschlandfunk mit Hinweis auf das südindische Kerala sowie China. Dies stehe vor dem Hintergrund der Coronakrise auf der Kippe.

"Wir haben es hier mit einer Krise zu tun, die innerhalb von 12, 16 Wochen die Welt fast zu einem Stillstand gebracht hat und das hat natürlich Konsequenzen", sagte Steiner. 190 Millionen Arbeitsplätze seien verloren, Unternehmen gingen pleite, soziale Sicherungssysteme fehlten vielerorts und Regierungssysteme brächen zusammen. Die Weltgemeinschaft müsse sich überlegen, wie sie die Vereinten Nationen auf Herausforderungen wie Pandemien, Cyberkriminalität, Klimawandel und Flüchtlingsströme vorbereite.

"Das Thema Nachhaltigkeit wird zentral sein für die Gestaltung unserer Volkswirtschaften der Zukunft", sagte Steiner. "Klimawandel wird sicherlich eines des zentralen Themen sein, die in der Post-Coronavirus-Phase in Entscheidungen, was Energiepolitik, aber auch Transport, die Entwicklung unserer Städte, Arbeitsplätze sehr stark beeinflussen wird." Die Investitionen in saubere Energien und öffentliche Transportsysteme nach der Finanzkrise 2008 hätten gute Ergebnisse gezeigt; Kohlekraftwerke wären hingegen eine Investition in die Vergangenheit.