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UN fordern sichere Migrationsrouten nach 23 Todesfällen in Marokko

GENF (dpa-AFX) - Das UN-Menschenrechtsbüro und der UN-Ausschuss für Wanderarbeitnehmer haben Spanien und Marokko aufgerufen, die Umstände der 23 Todesfälle am Grenzzaun der spanischen Exklave Melilla zu untersuchen. Wenn es Verantwortliche für die Tragödie gebe, müssten sie zur Rechenschaft gezogen werden, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros am Dienstag in Genf. Die Europäische Union müsse sichere, ordentliche Migrationswege einrichten, damit solche Tragödien verhindert werden, forderte der UN-Ausschuss für Wanderarbeiter (CMW), der über die Einhaltung der UN-Konvention zum Schutz von Wanderarbeitnehmern und ihren Familien wacht.

Beide Stellen appellierten nach Berichten, wonach marokkanische Sicherheitskräfte auf Migranten einschlugen, an die Regierungen beider Länder, die Menschenrechte der Migranten zu wahren und keine exzessive Gewalt anzuwenden. Alle Menschen müssten an Grenzen die Möglichkeit haben, um Schutz zu bitten und ihre Anträge müssten individuell geprüft werden, sagte die Sprecherin in UN-Menschenrechtsbüros.

Der tragische Zwischenfall ereignete sich am vergangenen Freitag. Bis zu 2000 Menschen hatten versucht, den Grenzzaun zwischen Marokko und Melilla zu überwinden. Dabei kamen nach einem Bericht des marokkanischen Staatsfernsehens 23 Menschen ums Leben. 76 wurden nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros verletzt.

Die spanische Stadt mit rund 90 000 Einwohnern liegt an der Mittelmeerküste Marokkos rund 180 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Sie ist trotz eines teils zehn Meter hohen Grenzzauns immer wieder Ziel von Migranten, die in die Europäische Union wollen.

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