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Umweltsau Börsen-Mob? So könnte er die Energiewende ausbremsen

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Sparschein
Sparschein

David gegen Goliath, kleine Rebellen gegen das Großkapital – so die romantische Darstellung des Börsen-Mobs. Zugegeben, es ist ziemlich aufregend zu beobachten, wie das Tauziehen um einzelne Aktien ausgeht. Und dass der eine oder andere zu aggressive Shortseller einen Denkzettel verpasst bekommt, ist auch keine schlechte Sache.

Allerdings gibt es auch gute Gründe, den Börsen-Mob – derb ausgedrückt – als „Umweltsau“ zu beschimpfen. Das ist natürlich zu pauschal und undifferenziert, aber lass es mich erläutern.

Die Macht des Mobs

Menschen haben die erstaunliche Fähigkeit, sich zu einem Mob zu vereinen, um die vereinten Kräfte auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. Diese Energie kann genauso für gute wie für böse Ziele eingesetzt werden. Sie kann Diktatoren stürzen und Mauern einreißen, Atomkraftwerken den Garaus machen oder zur Capitol-Erstürmung führen. Von daher will ich den Begriff Mob nicht zwingend negativ benutzen. Es gibt genügend Beispiele, wo genau dieses Mittel zum wünschenswerten Wandel geführt hat.

Hedgefonds-Manager, die stets versuchen, sich durch den Einsatz von fortgeschrittenen Ressourcen einen Vorteil gegenüber Kleinanlegern zu verschaffen, haben zur Abwechslung mal das Nachsehen. Über die Bildung eines Mobs ist es gelungen, Waffengleichstand herzustellen.

Eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie der aktuelle Wallstreet-Mob hatte das Kollektiv Anonymous. Es entstand aus dem Internetforum 4chan und hat die Maske von Guy Fawkes als Symbol gewählt. Mit mächtigen Aktionen gegen den Missbrauch des Urheberrechts, für die Redefreiheit und gegen diverse Machtorganisationen hatten sie um das Jahr 2010 eine Reihe von aufsehenerregenden Erfolgen erzielt.

Der Mob, der sich im Reddit-Forum Wallstreetbets organisiert, wählte den auf Jordan Belfort zurückgehenden Wolf of Wall Street als Symbol aus. Dieser war mit unkonventionellen Methoden gegen das Establishment sehr schnell sehr reich geworden.

Ebenjener Jordan Belfort gab jedoch kürzlich den Rat, besser auf zukunftsfähige Unternehmen zu setzen und sich für gute Zwecke zu organisieren.

Darum gefährdet der Börsen-Mob die Energiewende

Doch das Gegenteil ist der Fall. Zuletzt wendeten sich Teile des Mobs ausgewählten Kryptowährungen zu. Das ist erstens reine Zockerei im Sinne eines Pyramidensystems, weshalb es am Ende mehr Verlierer als Gewinner geben wird. Zweitens feuert es auch die stromschluckenden Rechenzentren an, die um die Belohnung für das Abschließen der Blockchain-Blöcke wetteifern – umso mehr, je höher der Preis.

Schätzungen gehen davon aus, dass allein für Bitcoin rund ein Viertel Prozent der weltweiten Stromerzeugung verfeuert werden – das ist deutlich mehr als die ganze Schweiz verbraucht. Für Kryptowährungen insgesamt könnte es also etwa 1 % sein, mehr als alle deutschen Windturbinen zusammen. Und es ist anzunehmen, dass angesichts der aktuellen Preissteigerungen massiv in neue Rechenkapazitäten investiert wird.

Gleichzeitig läuft eine weitere Kampagne, um den Silberpreis hochzutreiben. Der Silberbergbau ist jedoch ebenfalls energieintensiv und je höher der Preis, desto eher lohnt es sich, ineffizientere Minen mit geringerem Silberanteil hochzufahren. Hinzu kommt, dass Silber ein wichtiges Material für Elektroautos und Photovoltaik ist. In ein einziges Solarmodul gehen etwa 20 Gramm.

Dieser Wert sinkt zwar kontinuierlich, aber dafür wird das Absatzvolumen weiterhin massiv steigen müssen, wenn die Energiewende weltweit gelingen soll. Sollte sich der Silberpreis allerdings vervielfachen, dann steigen auch die Modulpreise, sodass viele geplante kommerzielle Projekte unrentabel werden.

Wer reich werden will, der spart lieber Ressourcen und investiert diese in aussichtsreiche und nachhaltige Aktien, so wie es der Wolf of Wall Street rät.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021