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Umweltministerium zu Klimastudie: Teilen negative Einschätzung nicht

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundesumweltministerium ist auf Distanz zu einer Studie gegangen, der zufolge Deutschland sein Klimaziel 2020 noch deutlicher verpasst als bisher angenommen. "Die äußerst negative Einschätzung der Agora Energiewende teilen wir nicht", kommentierte das Ministerium am Donnerstag die Analyse der Denkfabrik. Viele im Rahmen des 2014 im "Aktionsprogramm Klimaschutz 2020" beschlossenen Maßnahmen begönnen erst zu wirken - wie, das werde voraussichtlich Anfang 2018 mit dem neuen Klimaschutzbericht dargelegt. Es sei unstrittig, dass nach der Bundestagswahl noch einmal "kräftig nachgesteuert" werden müsse.

Der Treibhausgas-Ausstoß in Deutschland soll bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Allerdings geht er dafür bisher zu langsam zurück. Das Bundesumweltministerium verwies auf die "Strukturwandelkommission", die sich ab 2018 unter anderem mit dem Kohleausstieg befassen soll. Zudem müssten die Erneuerbaren Energien schneller ausgebaut und der Verkehr schneller auf elektrische Antriebe umgestellt werden.

Die Agora-Experten gehen davon aus, dass bisherige Berechnungen für die Bundesregierung das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie niedrige Ölpreise nicht ausreichend berücksichtigen. Der CO2-Ausstoß werde damit bis 2020 im Vergleich zu 1990 nur um 30 bis 31 Prozent gesenkt, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie.