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Nach umstrittenem Bundesliga-Aus: Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe wird ZDF-Experte

·Lesedauer: 2 Min.
Manuel Gräfe muss seine Schiedsrichterkarriere aus Altersgründen beenden. Nun wird er TV-Experte. (Bild: 2019 TF-Images/TF-Images)
Manuel Gräfe muss seine Schiedsrichterkarriere aus Altersgründen beenden. Nun wird er TV-Experte. (Bild: 2019 TF-Images/TF-Images)

Ab kommender Saison kann Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe aufgrund einer Altersgrenze nur noch als Video Assistant Referee eingesetzt werden. Für das ZDF wird der Berliner bei der kommenden Europameisterschaft aus dem "Lerchenberger Keller" als Schiedsrichter-Experte tätig sein.

Auf dem Fußballplatz ist Manuel Gräfe für ein gutes Auge und eine klare Ansprache bekannt, nun soll der Bundesliga-Referee diese Qualitäten auch als Schiedsrichter-Experte einbringen: Bei der anstehenden Europameisterschaft - am 11. Juni ist Anpfiff - wird Gräfe für das ZDF tätig sein und Schiedsrichter-Entscheidungen aus dem "Lerchenberger Kellner" analysieren. "Ich freue mich, die EM-Spiele als ZDF-Experte begleiten zu können und den Zuschauern erlebte Schiedsrichter-Entscheidungen nachvollziehbar zu erläutern und näherzubringen", erklärte der Berliner, dessen aktive Karriere in der Bundesliga diesen Sommer endet.

Auch ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann freute sich über den unparteiischen Neuzugang: "Mit Manuel Gräfe haben wir einen erfahrenen Fachmann gewinnen können, der unser Moderations- und Reporterteam mit seiner Schiedsrichter-Expertise beraten und unterstützen wird." Von den Analysen des 47-Jährigen verspricht sich Fuhrmann offenbar eine Menge: "Unsere Zuschauerinnen und Zuschauer können sich auf profunde Erklärungen zu umstrittenen Spielsituationen freuen." Manuel Gräfe wird als Schiedsrichter-Experte Urs Fischer ablösen, der die Entscheidungen der Referees seit 2005 bei Welt- und Europameisterschaften bewertete.

Bei der EURO 2020 wird Noch-Bundesliga-Schiri Manuel Gräfe als Schiedsrichter-Experte tätig sein. (Bild: ZDF / Svea Pietschmann)
Bei der EURO 2020 wird Noch-Bundesliga-Schiri Manuel Gräfe als Schiedsrichter-Experte tätig sein. (Bild: ZDF / Svea Pietschmann)

"Einer der besten Schiedsrichter in Deutschland, wenn nicht sogar der beste"

Seit 2004 war Manuel Gräfe in der ersten Liga als Unparteiischer im Einsatz und blickt auf die Erfahrung aus 287 Bundesliga-Spielen zurück. Von 2007 bis 2018 leitete er zudem Partien auf internationaler Ebene. 2011 wurde er vom DFB als "Schiedsrichter des Jahres" geehrt. Gräfe gilt als kritischer Kopf und kommt auch bei den Profis gut an. "Der Herr Gräfe ist einer der besten Schiedsrichter in Deutschland, wenn nicht sogar der beste", urteilte Christian Günter, der Kapitän des SC Freiburg, zuletzt nach der Partie gegen die TSG Hoffenheim.

Aber warum hört er dann zum Saisonende auf? Manuel Gräfe hat die vorgegebene Altersgrenze für Bundesliga-Referees überschritten. Die Statuten besagen, dass er mit 47 nur noch als Video-Assistent eingesetzt werden kann. Fürsprecher Gräfes, die gegen die Altersgrenze argumentieren, finden sich in Experten, Trainern, Journalisten und Spielern. Eine solche Grenze sei unflexibel und würde das Leistungsprinzip untergraben, so die weitverbreitete Meinung. Auch Oliver Baumann, der Keeper der TSG Hoffenheim war der Meinung, dass Gräfe ein "super Schiri" sei und eigentlich weitermachen müsse: "Es ist völlig egal, wie alt er ist. Wenn er gute Entscheidungen trifft und noch gut über den Platz kommt, so lange ist alles gut."

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