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Fast 40 Prozent weniger Umsatz bei Hotels und Gaststätten im Corona-Jahr 2020

·Lesedauer: 2 Min.
Hochgestellte Stühle in Berlin-Kreuzberg

Die Corona-Pandemie hat die deutschen Hotels und Gaststätten im vergangenen Jahr fast zwei Fünftel ihres Umsatzes gekostet: Das Gastgewerbe nahm im Vergleich zu 2019 voraussichtlich 38 Prozent weniger ein, wie das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung mitteilte. Der Branchenverband Dehoga schätzt die Lage dramatisch ein. Die Gewerkschaft NGG berichtet, manche Beschäftigten könnten vom Kurzarbeitergeld kaum die Miete zahlen.

Im vergangenen Frühjahr waren wegen der Pandemie die Gaststätten für zwei Monate geschlossen worden; Hotels durften nur Geschäftsreisende beherbergen. Nach mehreren Monaten mit weitreichenden Lockerungen sind seit dem 2. November Restaurants, Cafés und Hotels erneut weitgehend dicht.

Im November lag der Branchenumsatz laut Statistischem Bundesamt um 67,9 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Die Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen verzeichneten demnach ein Minus von 82,2 Prozent, in der Gastronomie betrug der Rückgang 60,1 Prozent. Die Caterer hatten etwas weniger heftige Einbußen, bei ihnen lag das Minus bei 45,1 Prozent.

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, bezeichnete die Lage und die Stimmung in ihrer Branche als "katastrophal". Es machten sich "Verzweiflung und Existenzängste" breit.

Zwar seien Übernachtungen von Geschäftsreisenden und das Abholen beziehungsweise Liefern von Speisen noch erlaubt. "Das findet aber nur im geringen Umfang statt", gab Hartges zu bedenken.

Eine interne Umfrage des Verbands mit rund 5500 teilnehmenden Unternehmen habe für November noch schlechtere Zahlen als vom Statistischen Bundesamt berechnet ergeben: Die Umsätze seien demnach um 82,5 Prozent eingebrochen, erklärte Hartges. "Für Dezember und Januar sind keine besseren Zahlen zu erwarten."

"Umso wichtiger ist jetzt, dass die versprochenen Hilfen für alle notleidenden Unternehmen schnell, unbürokratisch und in vollem Umfang ankommen", verlangte Hartges. "Ansonsten sind Insolvenzen und Betriebsaufgaben vorprogrammiert."

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler, wies darauf hin, dass die Beschäftigten der Branche seit Monaten mit Kurzarbeitergeld und ohne Trinkgeld über die Runden kommen müssten. "Aufgrund der niedrigen Löhne, oft wird auch nur der Mindestlohn gezahlt, fällt entsprechend das Kurzarbeitergeld so niedrig aus, dass davon kaum noch die Miete gezahlt werden kann", erklärte er.

Die NGG fordere daher ein Mindestkurzarbeitergeld auf Mindestlohn-Niveau von 1200 Euro netto im Monat. Auch sollten die Beschäftigten eine "Corona-Soforthilfe" von 1000 Euro bekommen, verlangte Zeitler. Die Unternehmen wiederum sollten nur dann finanzielle Unterstützung erhalten, "wenn die Weiterbeschäftigung der Mitarbeitenden mindestens einen Monat über das Ende der Kurzarbeit hinaus garantiert wird".

Das Statistische Bundesamt berücksichtigt für die Gastgewerbezahlen Betriebe mit einem Umsatz von mindestens 150.000 Euro pro Jahr. Die am Montag veröffentlichte Schätzung beruht auf den Umsätzen von Januar bis November 2020, einer Schätzung für den vom verschärften Lockdown geprägten Monat Dezember sowie auf dem Revisionsbedarf bei den Ergebnissen für die Monate März bis einschließlich November.

cne/ilo