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Umfrage: Erwerbstätige weniger besorgt um Job aber unzufriedener mit Politik

·Lesedauer: 3 Min.
Hinweisschild auf Berliner Wochenmarkt

Viele Berufstätige in Deutschland durchleben den zweiten Sommer unter Pandemie-Bedingungen mit gemischten Gefühlen: Zwar machten sich weniger Menschen Sorgen um ihren Arbeitsplatz, immer mehr Erwerbstätige waren jedoch unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Politik, wie die Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung einer Studie mitteilte. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten seien durch die Pandemie sichtbarer geworden und könnten ein Grund für die wachsende Unzufriedenheit sein, erklärten die Experten.

Die Ergebnisse stammen aus einer Erwerbstätigenbefragung, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Böckler-Stiftung seit Frühjahr 2020 vornimmt. Für die Studie wurden Ende Juni bis Mitte Juli rund 5000 Erwerbstätige und Arbeitssuchende im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung von Kantar Deutschland befragt. Dieselbe Gruppe von Probanden war bereits im April, Juni und im November 2020 sowie im Januar 2021 interviewt worden. Die Befragung ist den Angaben zufolge repräsentativ.

Demnach sank der Anteil derer, die um ihren Arbeitsplatz fürchteten, von 13 Prozent im November 2020 auf acht Prozent im Juli 2021. Während im Januar 68 Prozent der Befragten angaben, sich in ihrer familiären oder Gesamtsituation "äußerst" oder "stark" belastet zu fühlen, waren es im Juli noch 47 Prozent.

Berufstätige arbeiteten dabei im Juli mit knapp 36 Stunden pro Woche durchschnittlich fast zwei Stunden weniger als vor der Pandemie. Die Arbeit fand auch wieder öfter im Büro statt: Im Juli gaben 15 Prozent der Befragten an, ausschließlich oder hauptsächlich in der eigenen Wohnung zu arbeiten, ein Rückgang um neun Prozentpunkte im Vergleich zum Januar.

Trotz abnehmender Sorgen und der teilweisen Rückkehr an den Arbeitsplatz stieg die Unzufriedenheit mit der Politik. Im Juli 2021 äußerten sich 59 Prozent der Befragten kritisch zum politischen Krisenmanagement, ein Zuwachs von 15 Prozentpunkten im Vergleich zum November 2020 und 26 Prozentpunkte mehr als im Sommer 2020. Teilweise könne die wachsende Unzufriedenheit mit Lücken im Sozialsystem erklärt werden, die durch die Pandemie sichtbar geworden seien, hieß es dazu.

So würden beispielsweise nicht alle Menschen gleichermaßen vor Einkommenseinbußen geschützt. 60 Prozent der Befragten mit einem Haushaltseinkommen von unter 2000 Euro monatlich berichteten von Einkommensverlusten, bei wohlhabenderen Haushalten mit einem Einkommen von über 4500 Euro waren es lediglich 49 Prozent. Entsprechend gaben im Laufe der Studie jeweils knapp 90 Prozent der Befragten an, dass sie sich um den sozialen Zusammenhalt und die wachsende soziale Ungleichheit sorgten.

Auch die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten bei der Kinderbetreuung verstärkten sich in der Pandemie: Im Juli gaben 69 Prozent der befragten Frauen, aber nur sieben Prozent der Männer an, den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen. Frauen reduzierten mit 13 Prozent auch mehr als doppelt so häufig wie Männer (fünf Prozent) ihre Arbeitszeit wegen der Kinder.

"Der erhoffte Sommer der Befreiung ist für viele ausgeblieben, die Gesellschaft verharrt im Zwiespalt", erklärte die wissenschaftliche Direktorin des WSI, Bettina Kohlrausch. Bei vielen Menschen komme der Aufschwung nicht vollständig an, sie registrierten, "was im Land gut funktioniert, und was nicht". So hätten Sozial- und Gesundheitssysteme zwar weitestgehend für Stabilität gesorgt. Gleichzeitig seien jedoch "bekannte und sogar neue soziale Ungleichheiten in der Pandemie zu Tage treten".

fho/hcy

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