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Bitkom warnt vor "digitaler Spaltung" der Wirtschaft

·Lesedauer: 3 Min.
Netzwerkkabel in einem Bürogebäude
Netzwerkkabel in einem Bürogebäude

Mehr digitale Angebote und Geschäftsprozesse - und mehr Homeoffice: Die Corona-Krise treibt viele Unternehmen zu einer technologischen Weiterentwicklung an. Doch nicht alle Betriebe können mithalten, wie der Digitalverband Bitkom am Montag mahnte. Es bestehe die Gefahr, dass die "digitale Spaltung in der Wirtschaft" weiter zunehme.

Grundsätzlich hat die Digitalisierung in der Pandemie stark an Bedeutung gewonnen. Einer Bitkom-Umfrage zufolge geben dies aktuell mehr als acht von zehn Unternehmen (84 Prozent) für die eigene Firma an; 86 Prozent sagen dies für die gesamte Wirtschaft. Dabei sehen laut der Umfrage, für die im November 605 Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern aller Branchen befragt wurden, 97 Prozent die Digitalisierung vor allem als Chance für das eigene Unternehmen. Im April lag der Wert mit 90 Prozent noch deutlich darunter.

Zugleich schätzen die Unternehmen ihren eigenen Digitalisierungsgrad zunehmend kritisch ein: So sieht sich nur noch rund jeder Vierte (27 Prozent) als Vorreiter bei der Digitalisierung. Im April lag der Wert noch bei 36 Prozent, 2019 sogar bei 39 Prozent. Umgekehrt räumen aktuell 71 Prozent ein, zu den Nachzüglern zu gehören - verglichen mit 60 Prozent im April und 55 Prozent vor einem Jahr.

"Die gute Nachricht ist: Die Unternehmen wollen etwas tun und die Digitalisierung vorantreiben", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die schlechte Nachricht: Längst nicht alle sind dazu in der Lage."

Bei den Hemmnissen für die Digitalisierung werden der Umfrage zufolge als größte Hürden von den Unternehmen der Datenschutz (69 Prozent) und Anforderungen an die technische Sicherheit (58 Prozent) sowie fehlende Fachkräfte (55 Prozent) genannt. Verglichen mit früheren Befragungen werden laut Bitkom allerdings auch deutlich häufiger fehlende finanzielle Mittel genannt. Aktuell gilt das in 43 Prozent der Unternehmen als eine der größten Hürden, im April waren es nur 25 Prozent, 2019 sogar nur 20 Prozent.

Zunehmend verbreitet ist auch die Klage über die fehlende Verfügbarkeit marktfähiger Lösungen, die von 30 Prozent geäußert wird, im April waren es nur 18 Prozent (2019: 17 Prozent). Zwar gebe es in vielen Bereichen, etwa für Videokonferenzen, "eine Vielzahl sofort einsatzfähiger Lösungen", erklärte Berg. "Wer aber zum Beispiel eine Messe aus der analogen Welt in die digitale überführen will, stellt fest, dass es in einigen Bereichen an wirklich breit nutzbaren digitalen Anwendungen fehlt", fügte er hinzu. Hier biete sich innovativen Anbietern "ein neuer, großer Markt".

Teils deutliche Unterschiede gibt es der Bitkom-Umfrage zufolge bei den Investitionen in die Digitalisierung. So geben zwar 43 Prozent an, dass sich diese seit Corona "stark erhöht" (elf Prozent) oder "eher erhöht" (32 Prozent) haben. Umgekehrt beklagen aber 30 Prozent, dass die Ausgaben "eher gesunken" (27 Prozent) oder "stark gesunken" (drei Prozent) sind.

Dabei haben lediglich zehn Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern und 13 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern ihre Investitionen stark erhöht. Bei den Unternehmen mit 500 bis 1999 Mitarbeitern sind es hingegen mit 24 Prozent deutlich mehr; bei denen ab 2000 Mitarbeitern sind es 22 Prozent.

Diese Unterschiede zwischen größeren und kleineren Unternehmen decken sich mit den Ergebnissen einer ebenfalls am Montag veröffentlichten Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Für diese Erhebung wurden im September 1400 Unternehmen der Informationswirtschaft und des Verarbeitenden Gewerbes befragt. Demnach gestaltet etwa jedes zweite Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten die Arbeit nun digitaler, sowohl in der Informationswirtschaft als auch im Verarbeitenden Gewerbe (55 Prozent beziehungsweise 94 Prozent).

Geringer ist dieser Anteil demnach bei Unternehmen mit 20 bis 100 Beschäftigten (47 beziehungsweise 30 Prozent) und bei Unternehmen mit fünf bis 19 Beschäftigten (32 beziehungsweise 13 Prozent). Auch bei der Angebotspalette und den Geschäftsprozessen finden digitale Veränderungen demnach etwas häufiger in größeren Unternehmen statt.

jm/muk