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Ulmer Forscher finden Verunreinigungen in AstraZeneca-Impfstoff

·Lesedauer: 2 Min.

In einer neuen Studie haben Forschende der Universität Ulm festgestellt, dass der Covid-19-Impfstoff „Vaxzevria“ von AstraZeneca Verunreinigungen mit beträchtlichen Mengen menschlicher und regulatorischer viraler Proteine aufweist. Diese sind den Wissenschaftlern zufolge nicht Teil des Impfstoffs – und es ist unklar, ob sie womöglich Einfluss auf den Impfschutz und die Impfreaktionen nach der Injektion haben. Derzeit wird die als Preprint veröffentlichte Studie von einem Fachjournal der renommierten "Nature"-Reihe begutachtet.

Vaxzevria ist ein Vektorimpfstoff, dessen Grundlage das Adenovirus bildet. Dieses für Menschen ungefährliche Adenovirus ist der Vektor, eine Art „Genfähre“, die ein Oberflächeneiweiß von SARS-CoV-2 in die Zellen des Körpers schleust. Dies löst eine Immunreaktion und die Bildung von Antikörpern aus. Nach der Impfung mit Vaxzevria haben viele Geimpfte grippeähnliche Symptome, und bei jungen Frauen treten zudem sehr seltene Fälle von Sinusvenenthrombosen auf. Daher untersuchten Professor Stefan Kochanek und sein Forscherteam drei Chargen von Vaxzevria — Kochanek ist Leiter der Abteilung Gentherapie der Ulmer Universitätsmedizin.

Dafür nutzte das Team biochemische Methoden und sogenannte Proteomanalysen, die eine umfassende Darstellung von Proteinen und Peptiden in Körperflüssigkeiten erlauben. Es zeigte sich, dass im Vergleich zu einem durch das Team im Labor hergestellten Adenovirus-Vektor die Chargen des AstraZeneca-Impfstoffs deutlich mehr Proteine aufwiesen. Der Proteingehalt pro Impfdosis betrug deutlich mehr als die erwarteten 12,5 Mikrogramm. In einer Charge wurden sogar 32 Mikrogramm gemessen.

Gefundene Hitzeschockproteine können Immunantwort des Körpers verändern

Im nächsten Schritt untersuchte das Team daher, um welche Proteine es sich dabei handelte. Sie stellten rund 1.000 Proteine in den Impfproben fest, die sich größtenteils nicht negativ auf die Geimpften auswirken. Etwa bei der Hälfte davon handelte es sich aber um menschliche Proteine. Unter ihnen häuften sich insbesondere sogenannte Hitzeschockproteine, die angeborene und erworbene Immunantworten verändern und bestehende Entzündungsreaktionen verstärken können, erklärt Kochanek. "Sie wurden zudem auch schon mit Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht", sagte er in einer Pressemitteilung.

Es bedarf jedoch weiterer Studien um herauszufinden, ob diese Verunreinigungen die Wirksamkeit des Vakzins beeinflussen könnten oder vielleicht sogar Ursache für die starken Impfreaktionen sind. Was die Studie aber deutlich macht ist, dass die bisher verwendeten Standard-Nachweisverfahren von AstraZeneca offenbar nicht ausreichen.

Denn die möglichst weitgehende Entfernung solcher Verunreinigungen durch Proteine ist ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal in der Pharmaindustrie. "Die Vielzahl der gefundenen Verunreinigungen, von denen zumindest einige negative Effekte haben könnten, macht es nötig, den Herstellungsprozess und die Qualitätskontrolle des Impfstoffs zu überarbeiten", so Kochanek. Dadurch, sagte er, ließe sich neben der Sicherheit womöglich auch die Wirksamkeit des Vakzins erhöhen.

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