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Ukrainischer Oberkommandierender warnt vor Stillstand auf dem Schlachtfeld

In der Ukraine hofft man auf einen Ausweg aus dem Stellungskrieg. Minen haben seit Kriegsbeginn viele Zivilisten getötet. Bundesfinanzminister Christian Lindner sichert der Ukraine anhaltende Unterstützung zu.

Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa (LIBKOS/AP/dpa)

Der Bodenkrieg in der Ukraine hat sich festgefahren - und das sieht der ukrainische Oberkommandierende Walerij Saluschnyj als große Gefahr. Nur ein Technologiesprung können einen Ausweg aus diesem Stellungskrieg öffnen, schrieb der General in einem Beitrag für die britische Zeitschrift «The Economist». «Ein Stellungskrieg dauert lange und birgt enorme Risiken für die Streitkräfte der Ukraine und für den Staat.» Stillstand auf dem Schlachtfeld helfe nur Russland, die Verluste seiner Armee auszugleichen.

Die Ukraine wehrt seit mehr als 20 Monaten eine großangelegte russische Invasion ab. Auch für Mittwoch verzeichnete der ukrainische Generalstab zahlreiche Bodengefechte entlang der fast 1000 Kilometer langen Front im Osten und Süden des Landes. Am Donnerstag ist der Zählung nach der 617. Tag des Krieges. Präsident Wolodymyr Selenskyj beschwor unterdessen die Einheit Europas und sagte, sein Land werde dazu ein starken Beitrag leisten.

Die Ukraine brauche insbesondere Flugzeuge, schrieb Saluschnyj (50). Die fehlende Deckung aus der Luft gilt als ein Grund, warum die Bodenoffensive der Ukrainer in diesem Sommer kaum vorangekommen ist. Die ukrainische Armee müsse auch besser ausgestattet werden, um russische Artilleriestellungen zu bekämpfen.

«Russland darf nicht unterschätzt werden», schrieb der Oberkommandierende. Der Gegner habe zwar viele Soldaten verloren, und Präsident Wladimir Putin scheue eine Generalmobilmachung. Aber auch die Ukraine habe Probleme, Reserven aufzubauen. Der Kreis der wehrpflichtigen Männer müsse ausgeweitet werden.

Anders als bei der Rückeroberung großer Gebiete im vergangenen Jahr haben sich in diesem Sommer ukrainische Hoffnungen auf Geländegewinne kaum erfüllt. Allerdings haben die ukrainischen Verteidiger Russlands Stellungen auf der Krim geschwächt und die russische Marine aus dem westlichen Schwarze

Lindner sichert der Ukraine weitere Unterstützung zu

Bei einem Besuch in Lettland hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) der Ukraine weiter anhaltende Unterstützung zugesichert. «Wir stehen beide an der Seite des ukrainischen Volkes - und bei seinen Bemühungen, sich zu verteidigen, ist die Ukraine zu unterstützen. Russland darf seine Kriegsziele nicht erreichen», sagte Lindner am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem lettischen Kollegen Arvils Aseradens in Riga.

Die Sicherheitslage in Europa habe sich nach dem «schrecklichen unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriff Russlands» auf die Ukraine fundamental verändert. «In der Ukraine wird nicht nur die Ukraine selbst verteidigt, sondern die europäische Lebens- und Freiheitsordnung insgesamt», sagte Lindner.

Aus dieser geopolitischen Situation ergäben sich große Aufgaben für Finanzminister, da die eigenen militärischen Fähigkeiten verbessert werden müssten. «Wir müssen jetzt eine Priorität setzen. Das ist die Stärkung unserer Fähigkeit zur Bündnis- und Landesverteidigung», betonte Lindner. Auch Aseradens verwies auf die Bedeutung höherer Verteidigungsausgaben.

Minen töteten 264 Zivilisten in der Ukraine

Seit Beginn der russischen Invasion sind in der Ukraine 264 Zivilisten durch Minen getötet worden. 571 Menschen seien verletzt worden, teilten die Verkehrsbehörde und das Verteidigungsministerium mit. Die meisten Minenunfälle ereigneten sich demnach auf Feldern (145), auf Straßen (125) oder in Gärten (117). Die Behörden warnten davor, sich den Sprengkörpern zu nähern oder sie gar anzufassen. Die russische Armee hat große Teile der Ukraine vermint. Aber auch ukrainische Truppen haben zum Selbstschutz Minen ausgelegt.

Nach einem großen russischen Luftangriff mit 20 Kampfdrohnen in der Nacht zum Mittwoch mahnte Selenskyj die Bevölkerung auch, Luftalarm ernst zu nehmen und sich in Schutzräume zu flüchten. Das gelte für frontnahe Städte wie Charkiw, Saporischschja oder Cherson, für Grenzgebiete wie Sumy oder Tschernihiw, sagte er in seiner Videoansprache. «Es ist wichtig, vorsichtig zu sein und sich nicht leichtsinnig in Gefahr zu bringen.»