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Ukrainische Präsident Selenskyj besucht europäische Nato-Staaten

Erst Rom, dann Berlin und Paris, nun London: Kurz vor dem G7-Gipfel klappert der ukrainische Präsident Selenskyj die wichtigsten europäischen Nato-Staaten ab. Die Unterstützung ist weiter groß. Doch in einem wichtigen Punkt muss der Staatschef weiter Geduld haben.

Damit könnten die ukrainischen Truppen auch Ziele auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim treffen. Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz bei einem Treffen mit Selenskyj in Berlin bereits ein umfangreiches Rüstungspaket angekündigt. Großbritannien wagt sich schneller aus der Deckung Premierminister Sunak prescht einmal mehr vor. Als die Ukraine Kampfpanzer forderte, kündigte Großbritannien als erstes Land solche Hilfe an: 14 Fahrzeuge vom Typ Challenger-2. Damit setzte London die Verbündeten in Berlin und Washington unter Druck - mit Erfolg. Nun sagte Deutschland weitere 30 Leopard-1-Panzer zu. Auch bei Raketen mit größerer Reichweite ist es London, das sich als erstes vorwagt. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass die Regierung luftgestützte Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow liefert. Pünktlich zum Besuch Selenskyjs kündigte Sunak nun Kampfdrohnen an. Der Premier lässt - auch angesichts schlechter Umfragewerte - kaum eine Chance aus zu betonen, dass London der engste Partner von Kiew sei.

Der Kreml gab sich demonstrativ gelassen. "Das kann den Gang der militärischen Spezialoperation (so nennt Moskau den Krieg) nicht deutlich oder prinzipiell beeinflussen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Lieferungen würden nur zu weiteren Zerstörungen führen. Die Kampfdrohnen, deren genauer Typ zunächst nicht näher genannt wurde, hätten - ebenso wie die Storm Shadow - eine Reichweite von mehr als 200 Kilometer, betonte die britische Regierung. Das bedeutet, dass die Ukraine künftig russische Ziele weit hinter der Front und sogar auf der annektierten Halbinsel Krim angreifen kann. Russland muss seine Depots und Kommandozentren also entweder weiter zurückziehen oder besser sichern und damit Ressourcen verlagern. Auch Nachschubwege sind gefährdet.

Der Zeitpunkt für Selenskyjs Reise zu den europäischen G7-Staaten - und gleichzeitig den wichtigsten europäischen Nato-Mitgliedern - ist klug gewählt. In wenigen Tagen treffen sich die G7-Staats- und Regierungschefs zu ihrem Gipfel in Japan. Dort steht eigentlich die Beziehung zum nahen China im Mittelpunkt. Indem er aber noch einmal persönlich vorbeischaut, stellt Selenskyj sicher, dass auch die Ukraine eine wichtige Rolle einnehmen wird. "Es besteht die Gefahr, dass die westliche Unterstützung schwindet", warnte der britische Ex-Armeechef Richard Dannatt im Sender BBC Radio 4. "Es besteht zudem die Gefahr, dass (der russische Präsident Wladimir) Putin erkennt, dass die Zeit auf seiner Seite ist." Daher müsse die ukrainische Offensive effektiv sein. "Wenn es zu entscheidenden Schlägen gegen die Russen kommt, besteht die Möglichkeit, dass die militärische Moral Russlands bröckelt und die russische Armee auf die gleiche Weise zusammenbricht, wie wir es im vergangenen September in der Nähe von Charkiw erlebt haben."