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Ukraine-Streit bei Maischberger: SPD-Mann Stegner empört sich über "Verratsvorwurf"

SPD-Politiker Ralf Stegner (links) und CDU-Außenexperte Norbert Röttgen haben unterschiedliche Auffassungen vom Handeln Olaf Scholz' im Hinblick auf die Ukraine. (Bild: ARD)
SPD-Politiker Ralf Stegner (links) und CDU-Außenexperte Norbert Röttgen haben unterschiedliche Auffassungen vom Handeln Olaf Scholz' im Hinblick auf die Ukraine. (Bild: ARD)

Will Olaf Scholz nicht, dass die Ukraine den russischen Angriffskrieg gewinnt? Bei der Beantwortung dieser wie anderer Fragen bekamen sich der SPD-Politiker Ralf Stegner und der CDU-Außenexperten Norbert Röttgen bei "maischberger. die woche" in die Haare.

Der Ukraine-Streit zwischen der Bundesregierung und der Opposition geht in die nächste Runde: Am Sonntag hatte der Oberst a. D. Roderich Kiesewetter (CDU) Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei "Anne Will" vorgeworfen, bei den Waffenlieferungen an die Ukraine auf Zeit zu spielen: "Ich befürchte, dass der Bundeskanzler nicht will, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt", sagte er in der Sendung.

Wills ARD-Kollegin Sandra Maischerberger griff die kontroverse Aussage nun in ihrer Talkshow "maischberger. die woche" wieder auf. "Es stehen zwei sehr schwerwiegende Vorwürfe im Raum", fasste sie zu Beginn ihres Gesprächs mit dem SPD-Politiker Ralf Stegner und dem CDU-Außenexperten Norbert Röttgen zusammen: "Der erste Vorwurf lautet: Deutschland verspricht, Waffen zu liefern, und bricht dieses Versprechen, und der zweite Vorwurf lautet: Deutschland bricht dieses Versprechen, weil die Bundesregierung Scholz am Ende gar nicht will, dass die Ukraine zu siegreich ist."

Vor allem der zweite Vorwurf empörte den SPD-Parteilinken Stegner zutiefst: "Das ist völlig absurd", entgegnete er: "Ich finde es verantwortungslos, so etwas zu sagen! Das ist ja buchstäblich ein Verratsvorwurf, und das ist völlig daneben!" Er selbst stelle immer wieder fest, "dass ganz vieles behauptet wird, was, wenn man hinguckt, nicht stimmt". So stimmten die tatsächlichen Listen über die Waffenlieferungen etwa "fast nie" mit dem überein, was in den Medien berichtet wird. Der CDU-Oppositionelle Röttgen hielt dagegen: "Meine erste Feststellung ist, dass der Satz 'Die Ukraine soll gewinnen' von Olaf Scholz noch nicht ausgesprochen worden ist." Er sage vielmehr: "Putin darf nicht gewinnen." Diese vage Formulierung, so fuhr er fort, sei gewiss kein Zufall.

"Es stehen zwei sehr schwerwiegende Vorwürfe im Raum", fasste Sandra Maischberger zu Beginn des Gesprächs zusammen: "Der erste Vorwurf lautet: Deutschland verspricht, Waffen zu liefern, und bricht dieses Versprechen und der zweite Vorwurf lautet: Deutschland bricht dieses Versprechen, weil die Bundesregierung Scholz am Ende gar nicht will, dass die Ukraine zu siegreich ist." (Bild: ARD)
"Es stehen zwei sehr schwerwiegende Vorwürfe im Raum", fasste Sandra Maischberger zu Beginn des Gesprächs zusammen: "Der erste Vorwurf lautet: Deutschland verspricht, Waffen zu liefern, und bricht dieses Versprechen und der zweite Vorwurf lautet: Deutschland bricht dieses Versprechen, weil die Bundesregierung Scholz am Ende gar nicht will, dass die Ukraine zu siegreich ist." (Bild: ARD)

"Wir müssen den Krieg aus Europa verbannen"

Kiesewetter hingegen habe genau definiert, wann die Ukraine gewinnt: "Das ist dann der Fall, wenn es keine russischen Truppen mehr auf ukrainischem Territorium gibt." Röttgen selbst formulierte das Ziel vorsichtiger: "Wir müssen den Krieg aus Europa verbannen. Der Krieg darf sich nicht auch ein bisschen gelohnt haben." Deshalb müssten die russischen Truppen mindestens in den Zustand vor dem Kriegsbeginn am 24. Februar zurückgedrängt werden. Stegner hingegen verwies auf die große Verantwortung der Bundesregierung: "Wir müssen die Ukraine unterstützen, so weit wie es vertretbar ist. Und wir müssen gleichzeitig verhindern, dass der Krieg auf die NATO überschwappt."

Den Vorwurf Polens, Deutschland würde seine Versprechen, Panzer zu liefern, nicht einhalten, wollte der SPD-Politiker ebenfalls nicht gelten lassen: "Ich glaube, dass das nicht zutreffend ist. Es werden eine ganze Menge Dinge behauptet, die nicht stimmen", wiederholte er. Maischberger reagierte empört: "Entschuldigung, das ist der polnische Präsident!" Stegner ließ sich nicht beirren: "Der hat die Wahrheit auch nicht gepachtet", entgegnete er. Ein Ringtausch bedeute, dass sowjetische Waffen von Polen und anderen Ländern an die Ukraine geliefert werden und Deutschland diese "im Umkehrschluss so schnell wir können" ersetzt. Röttgen wiederum vermutet eine bewusste "Politik des Hinauszögerns", die "in ganz Osteuropa riesige Enttäuschungen" ausgelöst habe.

Sandra Maischberger sprach unter anderem mit dem SPD-Politiker Ralf Stegner (links) und dem CDU-Außenexperten Norbert Röttgen.  (Bild: ARD)
Sandra Maischberger sprach unter anderem mit dem SPD-Politiker Ralf Stegner (links) und dem CDU-Außenexperten Norbert Röttgen. (Bild: ARD)

Kurt Krömer: "Ich habe auch teilweise gedacht, ich bin einfach böse"

Gegen Ende der Sendung suchte Maischberger schließlich mit einem nicht-politischen Gast das Gespräch: Der Comedian Kurt Krömer berichtete von seiner Depression, über die er auch in seiner Biografie "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression" schreibt. "Ich habe mich manchmal geschämt", gestand er in der Sendung, seine Erkrankung selbst marginalisiert zu haben. Die Tatsache, dass er über 30 Jahre lang depressiv gewesen sei, habe er erst spät erkannt: "Ich habe auch teilweise gedacht, ich bin einfach böse, ich bin bösartig."

Auch habe er versucht, die Krankheit mit Alkohol zu bekämpfen. Wirklich geholfen habe aber nur ein Klinikaufenthalt: "Das habe ich dann gemacht, obwohl ich sehr große Angst hatte". Er fuhr fort: "Ich habe gedacht, die nehmen mir meine Vollmeise weg, die du ja als Künstler brauchst". Doch diese Angst sei unbegründet gewesen: "Das Erste, was der Therapeut gesagt hat: Die Meise können Sie behalten, den Rest machen wir weg."

Kurt Krömer berichtete bei "maischberger. die woche" von seinem Leben mit Depressionen. (Bild: ARD)
Kurt Krömer berichtete bei "maischberger. die woche" von seinem Leben mit Depressionen. (Bild: ARD)
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