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UBS-Veteran Ermotti kehrt für Credit-Suisse-Übernahme zurück

(Bloomberg) -- Die UBS Group AG holt völlig überraschend Sergio Ermotti als Chief Executive Officer zurück. Der Schweizer Bankenveteran soll die historische Übernahme der Credit Suisse Group AG in die Tat umsetzen. Er ersetzt damit seinen Nachfolger Ralph Hamers nach gerade einmal zwei Jahren im Amt.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Ermotti kehrt nach der Generalversammlung der UBS nächste Woche in sein früheres Amt zurück, das er neun Jahre lang bis 2020 innehatte. Hamers bleibt für eine Übergangszeit bei der Bank, nachdem er die 3 Milliarden Franken schwere, staatlich eingefädelte Übernahme der strauchelnden Credit Suisse mit auf den Weg brachte.

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Der 62-jährige Ermotti bringt für die komplexe Integration der Credit Suisse Stallgeruch und tiefe Verankerung in der Schweizer Bankenlandschaft mit — Kompetenzen, die für die komplexe Umsetzung von Bedeutung sein werden. Er hatte die Führung der UBS nach der Finanzkrise im Jahr 2011 übernommen, als die Bank von einem Milliardenskandal um einen Händler erschüttert wurde.

Er reformierte die Governance der Bank und führte sie weg vom risikoreichen Handelsgeschäft und hin zum Wealth Management. Dieser Weg wurde später auch von anderen Banken, insbesondere der Credit Suisse eingeschlagen. Die letzten Jahre seiner Amtszeit wurden überschattet von einem Steuerverfahren in Frankreich und prominenten Abgängen von Spitzenbankern.

“Diese Transaktion ist ein großartiges Geschäft, wenn sie richtig ausgeführt wird, birgt aber auch Risiken”, sagte Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher bei einer Pressekonferenz der UBS in Zürich. “Der Verwaltungsrat hat in einer Abwägung entschieden, dass Sergio für die nächste Phase dieser einmalig wichtigen und komplizierten Transaktion der bevorzugte Manager sein wird.”

Die UBS-Aktie stieg am Mittwoch in Zürich um bis zu 5%.

Die Rückkehr von Ermotti, der aus dem italienischsprachigen Kanton Tessin stammt, setzt auch wieder einen Eidgenossen an die Spitze der größten Schweizer Bank. Eine Mehrheit im Lande lehnt die Übernahme ab, in der Politik gärt Widerstand und die Wirtschaft äußert sich skeptisch bezüglich der größeren inländischen Marktmacht der UBS.

“Wir müssen verstehen, dass es eine emotionale Reaktion auf das Geschehene gibt, und das ist Teil der Komplexität, die wir bewältigen müssen”, sagte Ermotti. “Wir werden unsere Stakeholder davon überzeugen, dass das, was wir tun, im besten Interesse der Steuerzahler, der Regierung und auch aller Mitarbeiter ist.”

Die UBS hatte mit der Tradition gebrochen, als sie zuerst den Niederländer Hamers zum CEO ernannte und dann den Iren Kelleher zum Verwaltungsratspräsidenten, womit sie von der informellen Regel abwich, dass mindestens eine Position von einem Schweizer besetzt sein sollte.

Lokalrivalen

Der erste Zusammenschluss zweier Großbanken seit Jahrzehnten, der sich zudem aus der Notsituation heraus ergab und eigentlich von keiner der beiden Banken angestrebt war, verspricht ein komplexes Unterfangen zu werden. Für die UBS bietet er aber auch beträchtliche Chancen beim Ausbau des Wealth Managements.

“Dies ist die größte Finanztransaktion seit 2008. Ich würde sagen, sie ist größer als jede andere Transaktion im Jahr 2008”, da es das erste Mal ist, dass zwei systemrelevante Banken fusionieren, sagte Kelleher am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. “Das bringt ein erhebliches Ausführungsrisiko mit sich.”

Analysten begrüßten die Ernennung Ermottis überwiegend und verwiesen auf seine im Großen und Ganzen erfolgreiche Amtszeit, die in einer schwierigen Phase begonnen hatte. “Basierend auf dieser Erfahrung scheint er gut positioniert zu sein, um die Integration und Restrukturierung der Credit Suisse zu leiten”, schreiben etwa die Analysten der Citigroup.

Investmentbank

Die UBS betonte in ihrer Mitteilung die Bedeutung von Ermottis Leistungen bei der Neupositionierung der Bank nach der Finanzkrise 2008 für die anstehenden Aufgaben. Sie hob auch seine Erfahrung bei der Verkleinerung der Investmentbank hervor — eine Aufgabe, die ihm bei der Credit Suisse erneut bevorsteht. Kelleher ließ bei der Pressekonferenz erneut keine Zweifel daran, dass hier schwere Einschnitte bevorstehen — nicht nur mit Blick auf die Größe, sondern auch auf die Risikokultur.

Hamers Ziel war es, UBS in das digitale Zeitalter zu führen und durch die Betreuung einer größeren Gruppe von vermögenden Kunden zu wachsen. Ein wichtiger Teil dieser Strategie fiel jedoch im vergangenen Jahr weg, als die Übernahme des US-Unternehmens Wealthfront abgeblasen wurde.

In Anspielung auf die Notwendigkeit, Mitarbeiter und andere Interessengruppen für die Umbildung der UBS zu gewinnen, verwies die Bank auch auf Ermottis Leistungen bei der “Wiederherstellung des Stolzes der Mitarbeiter auf ihre Arbeit bei UBS”.

Seine Rolle als Verwaltungsratspräsident der Swiss Re legt Ermotti nieder.

Überschrift des Artikels im Original:UBS Names Ermotti to Return as CEO in Wake of Credit Suisse Deal

(Durchgehend aktualisiert.)

©2023 Bloomberg L.P.