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Uber-Fahrgäste weigern sich, Maske zu tragen und husten dann Fahrer an

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 5 Min.

Weil ein US-amerikanischer Uber-Fahrer darauf bestand, dass drei Frauen in seinem Auto Maske tragen sollten, wurde er von ihnen schwer beleidigt und sogar angehustet.

Wenn eine Uber-Fahrt eskaliert: Drei Frauen weigerten sich erst, eine Maske zu tragen und haben dann ihren Uber-Fahrer angegriffen. Foto: Symbolbild / gettyimages / d3sign
Wenn eine Uber-Fahrt eskaliert: Drei Frauen weigerten sich erst, eine Maske zu tragen und haben dann ihren Uber-Fahrer angegriffen. Foto: Symbolbild / gettyimages / d3sign

Das Video, das den Vorfall zeigt, ist mit einem Warnhinweis versehen: Achtung, explizite Sprache. Aufgenommen hat es ein US-amerikanischer Uber-Fahrer. Darin zu sehen sind drei Frauen, die auf der Rückbank sitzen. Eine weigert sich, Maske zu tragen. Obwohl sie ihr Fahrer, der 32-jährige Subhakar Khadka, wiederholt darum bittet. Die Frauen reagieren zunächst aggressiv, später gewalttätig. Dann husten sie Khadka an.

Keine Maske dabei

Passiert ist der Übergriff am Montag im kalifornischen San Francisco. Nicht nur auf Twitter wurde das Video seither tausendfach geteilt, auch zahlreiche Nachrichtenformate haben darüber berichtet. Darunter der Fernsehsender ABC: In einem Interview erzählte Khadka da, wie es mit der maskenlosen Frau begann.

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Er wies sie zunächst darauf hin, dass es Vorschrift für alle Fahrgäste sei, bei Fahrten mit einem Uber Maske zu tragen. Doch sie weigerte sich, sie habe zudem keine Maske dabei. Also fuhr Khadka zu einer Tankstelle, damit sie dort eine kaufen könne. Dort angekommen überlegte er es sich aber wohl anders, denn plötzlich wollte er die Fahrt abbrechen. Er bat die Frauen deshalb, sein Auto zu verlassen.

„Bitte steigen Sie aus“

An dieser Stelle eskalierte die Situation. „Sie provozierten und beschimpften mich, stellten in Frage, dass ich ein Mann sei. Sie sprachen sogar davon, mich zu erschießen und wollten Verwandte anrufen, damit die mich erschießen. Dann haben sie mich rassistisch beleidigt“, erzählte Khadka ABC.

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Die Frauen weigerten sich, das Auto zu verlassen. Sie hatten angeblich ein zweites Uber bestellt und wollten warten, bis es kommt. Doch Khadka wiederholte immer wieder: „Bitte steigen Sie aus.“

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An einem Punk beugte sich die maskenlose Frau nach vorn, griff nach Khadkas Smartphone auf dem Armaturenbrett und schleuderte es nach vorne. Dabei riss sie Khadkas Maske ab, als dieser sein Smartphone zurückholen wollte. Dann hustete ihn die Frau an. Schließlich fuhr Khadka los, während die drei Frauen lachten. An einer Ampel bat er sie ein letztes Mal, das Auto zu verlassen. Dann endete seine Aufnahme.

Zumindest in Deutschland ist das Verhalten der Frau dabei strafbar: Es gab bereits Vorfälle, in denen Menschen inmitten der Coronavirus-Pandemie andere absichtlich angehustet hatten. Sie wurden wegen Körperverletzung verurteilt und mussten Schmerzensgeld zahlen.

Gelöschte Videos der Frauen

Aus Perspektive der drei Frauen gab es wohl ebenfalls Videomaterial von dem Vorfall. Das ist mittlerweile jedoch nicht mehr öffentlich einsehbar. ABC aber hatte einen Instagram-Kanal gefunden, der vermutlich einer der drei Frauen gehörte. Denn darauf waren bis vor kurzem mehrere Videos aus Sicht der Rückbank veröffentlicht. 

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Die zeigten den identischen Vorfall, allerdings stand in den Begleittexten, dass Khadka die Frauen „entführt“ haben soll und sie in einer gefährlichen Gegend und am Rand einer vielbefahrenen Straße rausschmeißen wollte. Der Vorwurf: Das Video, das Khadka veröffentlicht hatte, zeigte nicht den gesamten Vorfall.

Die Polizei ermittelt

Das stimmt tatsächlich: Denn das Video Khadkas zeigte nicht, dass die drei Frauen, nachdem sie ausgestiegen waren, Pfefferspray durch ein offenes Fenster in sein Auto sprühten. Das hat die Polizei von San Francisco veröffentlicht, die mittlerweile in dem Fall ermittelt.

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Deshalb konnte Khadka nach dem Vorfall auch nicht weiterarbeiten, weil das Pfefferspray überall im Auto verteilt war. Er bat deshalb Uber um finanzielle Unterstützung, um sein Auto zu reinigen. Das Unternehmen wollte erst gar nicht helfen und bot dann 20 US-Dollar an. Nach mehrmaligem Nachfragen sicherte Uber 120 US-Dollar zu. Außerdem hat es in einer Mitteilung das Verhalten der Frauen verurteilt und sie von zukünftigen Fahrten ausgeschlossen.

Spendenaktion

Doch auch wenn die Reinigung des Autos damit finanziell abgedeckt ist, sieht sich Khadka derzeit nicht imstande, zu arbeiten. Er sagte ABC, er sei traumatisiert: „Der Vorfall war unerträglich, ich hatte Angst um mein Leben.“

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Auch aus diesem Grund hat Cyan Banister, er hat als einer der ersten in Uber investiert, eine Spendenaktion für Khadka ins Leben gerufen. Banister verurteilt darin das zögerliche Verhalten Ubers und will mit seiner Aktion sichergehen, dass Khadka keine Nachteile entstehen. Mit der Spendenaktion sollen nicht nur alle finanziellen Ausfälle, sondern auch mögliche Anwaltskosten gedeckt sein. Denn eine der drei Frauen hat bereits angekündigt, Khadka und Uber verklagen zu wollen. Mittlerweile sind über 27.000 US-Dollar zusammengekommen (knapp 23.000 Euro).

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