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TUIfly und Pilotengewerkschaft verständigen sich auf Mediation

·Lesedauer: 2 Min.
Maschine von TUIfly auf dem Airport Düsseldorf

Im Streit um Kündigungen und Kürzungen bei der Ferienfluggesellschaft TUIfly haben sich die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und das Unternehmen auf eine Mediation verständigt. Sie solle im Februar beginnen, teilte VC am Dienstag mit. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass es ein "moderiertes Gespräch" mit der Gewerkschaft geben solle. Er bekräftigte aber zugleich die Notwendigkeit harter Einschnitte.

Gewerkschaft und Airline hatten sich in monatelangen Gesprächen nicht über die von dem Unternehmen geplanten Kürzungen einigen können, die mit einem massiven Arbeitsplatzabbau einhergehen sollen. TUIfly gehört dem Touristikkonzern TUI und leidet wie die gesamte Branche stark unter den coronabedingten Einschränkungen.

Die Fluggesellschaft will ihre Flotte von derzeit 39 Flugzeugen nach eigenen Angaben auf möglichst nur noch 17, höchstens aber auf 22 Maschinen verringern. Erwartet wird, dass damit rund 900 der bislang rund 2000 Arbeitsplätze bei TUIfly zur Disposition stehen. Hintergrund ist neben dem drastischen Rückgang des Reiseverkehrs auch der praktisch komplette Wegfall des Leasing-Geschäfts, bei dem TUIfly unter anderem früher von Air Berlin genutzte Flugzeuge an andere Unternehmen verliehen hatte.

Offiziell äußerte sich TUIfly zum exakten Umfang des notwendigen Arbeitsplatzabbaus bislang nicht. Der Unternehmenssprecher betonte aber, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden könnten. Neben den schwierigen Marktbedingungen verwies er auch auf Vorgaben der Bundesregierung, wonach der Mutterkonzern TUI sich von ineffizienten Unternehmensteilen trennen solle, um gewährte staatliche Kredite möglichst bald zurückzahlen zu können.

Laut VC ist die Hälfte der Belegschaft bei TUIfly von der Kündigung bedroht, darunter bis zu 270 Pilotinnen und Piloten. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben Zugeständnisse im Volumen von 200 Millionen Euro angeboten. TUIfly geht allerdings von einem deutlich geringeren Wert dieser Zugeständnisse aus. Eingerechnet seien etwa Einmalzahlungen aus nicht gewährten Abfindungen ohne nachhaltigen Effekt. Übrig blieben letztlich nur wenige Millionen, hieß es.

"Wir sprechen über das, was schon auf dem Tisch lag", sagte der TUIfly-Sprecher daher mit Blick auf den neuen Dialog mit der Gewerkschaft. "Die Situation in der Branche ist leider nicht besser, sondern eher schlechter geworden", hob er weiter hervor. Insofern könnten Einschnitte allenfalls abgemildert, nicht jedoch vermieden werden.

"Es ist gut, dass der Stillstand endlich beendet ist und wir wieder an einer Lösung arbeiten können", erklärte gleichwohl Marcel Gröls, im Vorstand der VC zuständig für Tarifpolitik. "Wir sehen konstruktiven Gesprächen entgegen und sind zuversichtlich, dass das Management ein ebenso hohes Interesse an einer Einigung hat wie wir."

Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte am Dienstag aus einem Mitarbeiterbrief von TUIfly, wonach in der ersten Januarwoche nur 159 Flüge abgefertigt worden seien - nach 383 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der dabei beförderten Passagiere sei sogar von 62.941 auf 13.935 gesunken.

Die Bundesregierung hat dem Mutterkonzern TUI in der Corona-Krise mit milliardenschweren Krediten sowie einer staatlichen Beteiligung unter die Arme gegriffen. Dazu kommen Hilfsleistungen von Großaktionären und Banken.

bk/hcy