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TUI & die Reisebranche: Mit Maß und Mitte

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Bei der TUI-Aktie (WKN: TUAG00) und der Reisebranche gibt und gab es zuletzt wirklich eine Menge Bewegung. COVID-19 hat natürlich die Verhältnisse mächtig durchgewirbelt und in diesem Segment für eine insgesamt sehr schwierige Ausgangslage gesorgt. Allerdings ist die Branche in Teilen auch früher schon schwierig gewesen.

Wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass unter anderem Thomas Cook bereits vor COVID-19 in die Insolvenz gerutscht ist, was zum damaligen Zeitpunkt viele Investoren verunsichert hat. Zugegebenermaßen hat diese Perspektive noch dafür gesorgt, dass Platzhirsche wie unter anderem TUI mehr Marktanteile abbekommen könnten.

Die damalige Thematik hat jedoch auch Verbraucher verunsichert. Das hat die Politik dazu veranlasst, einen Reisesicherungsfonds zu gründen. Ein Kapitel, das jetzt aufgrund der Corona-Krise ein wenig mehr mit Maß und Mitte angegangen werden soll. Blicken wir in die Details und auf das, was sie für die TUI-Aktie und die Reisebranche bedeuten dürften.

TUI & die Reisebranche: Weniger ist manchmal mehr

Es ist seit einiger Zeit kein Geheimnis mehr, dass die Haftung im Falle einer Insolvenz eines Reiseunternehmens zukünftig aus dem besagten Reisesicherungsfonds abgewickelt werden soll. Ein Fonds, der unter anderem mithilfe von Airlines, Reiseunternehmen und allen Akteuren, die in der Branche mitverdienen, aufgebaut werden soll. Das sehen die Pläne der Bundesregierung vor.

Jetzt, in Zeiten von COVID-19, soll der Aufbau jedoch womöglich etwas langsamer passieren. Im Rahmen einer Anhörung des Bundestages beziehungsweise des Rechtsausschusses hat es Forderungen nach Nachbesserungen bei der Finanzierung gegeben. So soll es nach Forderungen von Branchenverbänden eine Hochlaufphase mit Bürgschaften vonseiten des Bundes geben. Allerdings ist das nicht alles.

Weitere Forderungen zur Begrenzung der Belastbarkeit der Reisebranche sehen zudem vor, dass lediglich 0,6 % des Umsatzes von Reiseunternehmen wie TUI in den besagten Fonds abgezweigt werden sollen. Ursprünglich sollte die Summe auf einen Anteil von 1 % taxiert sein. Zudem fordern die Branchenvertreter, dass die Ansparzeit für den Fonds auf sieben Jahre verlängert wird. Ursprünglich sollte der Aufbau mit den Mitteln der Reiseunternehmen in fünf Jahren erfolgen. Vertreter der Reisebranche verweisen darauf, dass unter diesen Prämissen der Aufbau einer Sicherungssumme von bis zu 900 Mio. Euro ebenfalls möglich sei.

Spruchreif ist natürlich noch nichts in diesem Kontext. Eine Anhörung könnte jedoch zeigen, dass sich der Bund der prekären Lage, auch bei diesem Thema, bewusst ist. Immerhin hilft die Regierung bei Reiseunternehmen wie unter anderem TUI mit Liquiditätshilfen aus.

Großbelastung abgewendet …?

Wie gesagt: Die Großbelastung beim Thema Reisesicherungsfonds ist damit nicht abgewendet. Es könnte sich jedoch womöglich eine Lösung ergeben, die etwas längerfristiger gedacht ist. Sowie den Reiseanbietern wie TUI ermöglicht, doch größere Anteile des Umsatzes für sich zu behalten. Damit könnte ein kleineres Problem etwas entschärft sein. Wobei Foolishe Investoren sich natürlich auf das Wesentliche konzentrieren sollten: Den Turnaround im Rahmen einer hoffentlich besseren Sommersaison.

Der Artikel TUI & die Reisebranche: Mit Maß und Mitte ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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