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TUI-Aktie: Weitere 1,8-Mrd.-Euro-Hilfen, weitere Probleme?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Eigentlich, so schien es, würde die TUI-Aktie (WKN: TUAG00) in letzter Zeit wieder an ihrem Turnaround arbeiten. Alleine seit Anfang des Monats November kletterten die Anteilsscheine des kriselnden Reiseunternehmens von 3,38 Euro auf zwischenzeitlich bis zu 6,19 Euro (24.11.2020). Das entsprach einem Kursplus von über 83 % innerhalb weniger Wochen.

Doch in dieser Woche schien selbst die Euphorie über einen nahenden Impfstoff kurzzeitig wieder zu verfliegen. Der Grund: Es zeichnete sich ab, dass TUI wohl weitere Liquiditätshilfen von staatlicher Seite benötigen wird. Das ließ Zweifel an der Euphorie aufkommen, die sich am Mittwoch dieser Woche zwischenzeitlich in einem Minus von über 10 % entlud. Wobei das Minus zum Ende wieder ausgeglichen werden konnte.

Lass uns trotzdem einen Blick auf die neuen Meldungen riskieren. Sowie darauf, ob der TUI-Aktie jetzt möglicherweise neue Probleme drohen könnten und was Investoren zur aktuellen Ausgangslage wissen sollten.

TUI-Aktie: Weitere Hilfen über 1,8 Mrd. Euro

Wie wir mit Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage erkennen können, bekommt TUI insgesamt ein neues Hilfspaket in Höhe von 1,8 Mrd. Euro. Federführend bei diesen Hilfen sind der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung sowie auch Großaktionär Alexej Mordaschow aus Russland, der selbst ca. ein Viertel aller ausstehender TUI-Aktien hält.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds wird demnach TUI mit weiteren 1,1 Mrd. Euro sehr direkt unter die Arme greifen. Bis zu 400 Mio. Euro dieses Betrags werden möglicherweise durch die Länder gestemmt. Die restlichen 700 Mio. Euro kommen demnach von zwei stillen Einlagen, wobei durch die Wandlung einer der stillen Einlagen eine Staatsbeteiligung in Höhe von 25 % plus eine Aktie resultieren könnte. Damit besäße die Bundesregierung einen möglichen Einfluss auf den operativen Alltag.

Zudem sei auch eine Kapitalerhöhung um 500 Mio. Euro vorgesehen, bei der Großaktionär Mordaschow bereits zugesichert hat, dass er sie mitgehen wolle. Als langjähriger strategischer Investor habe die Familie des Großaktionärs keinen Zweifel daran, dass das Unternehmen weiterhin intakt sei, und die mittel- bis langfristigen Aussichten seien extrem positiv. Nun, das wollen wir jetzt überprüfen, nachdem wir einen Blick auf wesentliche Details der Hilfen geworfen haben.

Verschuldung und Verwässerung prägen die Aktie

Nun, man kann es sehen, wie man will. Fest könnte einerseits weiterhin stehen, dass die TUI-Aktie als eher preiswert gilt. Allerdings ist das nur eine, wenngleich sehr positive Seite der Medaille, auf die man sich berufen kann.

Die zweite Seite zeigt, dass vornehmlich zwei Stichworte die TUI-Aktie prägen werden: Verschuldung und Verwässerung. Nach den neuen Staatshilfen beläuft sich die Gesamtsumme, die TUI in diesem Jahr erhalten hat, auf 4,8 Mrd. Euro. Das ist ein enormer Schuldenberg, der auf dem Unternehmen lastet und der durch künftige Erfolge zurückbezahlt werden muss. Zudem wird es Verwässerungseffekte geben, wobei TUI derzeit lediglich mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von rund 3,3 Mrd. Euro bewertet wird. Die Schulden übersteigen damit bereits den Börsenwert.

Auch bei den zukünftigen Aussichten könnte man als Investor skeptisch sein. Nicht bloß, dass der Zeitpunkt, ab dem Reisen wieder möglich sind, kaum definiert ist. Nein, auch durch die potenzielle Staatsbeteiligung könnten sich politische Belange in das Unternehmen einmischen. Ob alles daher so positiv ist, wie der Großinvestor das gerne hätte, kann kritisch gesehen werden.

Ich bleibe dabei: Finger weg von der TUI-Aktie

Ich persönlich bleibe daher bei meiner Einschätzung: Die TUI-Aktie kommt mir nicht ins Depot. Die Verschuldung ist hoch, ein drittes Hilfspaket jetzt notwendig und es drohen Verwässerungen. Unternehmensorientiert gibt es kaum etwas, das mir gefällt. Außer der Möglichkeit eines operativen Turnarounds, wobei dieser auch auf sich warten lassen könnte. Da gibt’s für mich deutlich attraktivere Alternativen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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