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Trumps Worte lassen Indizes an der Wall Street steigen

Das Auf und Ab an der Wall Street setzt sich fort. Den deutlichen Abschlägen vom Freitag folgt eine freundlicher Handel. Der Auslöser: einmal mehr Donald Trump.

Ein Wertpapierhändler auf dem Parkett der Wall Street. Foto: dpa

An der Wall Street reagieren Anleger erleichtert auf die erneuten Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum frühen Nachmittag in New York um 1,1 Prozent auf 25.904 Punkte. Der breiter gefasste S & P-500 erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 2874 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 7835 Punkte.

Beim G7-Gipfel im französischen Biarritz hatte der US-Präsident einen möglichen Deal mit China zumindest in Aussicht gestellt. China habe erneute Verhandlungen angeboten, hieß es weiter. „Die Anleger nehmen heute jeden Hoffnungsschimmer dankbar auf“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners.

Wie sehr Trumps Worte die Märkte beeinflussen zeigt ein Blick auf den Terminmarkt. In einer regelrechten Achterbahnfahrt rutschte der Futures auf den Dow-Jones-Index nach dem desaströsen Handel am Freitag weitere 400 Punkte ins Minus, lag nach den Entspannungssignalen im Handelsstreit vor dem Börsenstart plötzlich wieder 300 Punkte im Plus. Im Freitagshandel hatten die wichtigsten Indizes dann auch zwischen 2,4 und drei Prozent nachgegeben.

Chinas Vizepräsident und Chef-Unterhändler Liu He sagte, China sei dazu bereit, den Streit durch „ruhige“ Verhandlungen zu lösen. „Wir glauben, dass die Eskalation des Handelskriegs nicht gut für China und die USA ist und auch nicht im Interesse der Völker der Erde liegt“, sagte er.

Experten warnen aber vor allzu großen Hoffnungen auf einen Durchbruch. „Die Hoffnung auf einen Deal sind zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz“, sagte Anlagestrategin Eleanor Creagh vom Brokerhaus Saxo Capital Markets. Erst am Freitag hatte Trump höhere Zölle auf chinesische Importgüter im Wert von 550 Milliarden Dollar angekündigt und damit die Märkte verschreckt.

Unterdessen erreichte die zehnjährige Rendite der US-Staatsanleihen am Montag mit 1,443 Prozent den niedrigsten Stand seit Juli 2016. Im Handelsverlauf stieg dieser Wert aber wieder auf 1,53 Prozent. Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter, der wichtigste Konjunkturwert in den USA am Montag, überraschte mit einem Plus von 2,1 Prozent positiv. Erwartet worden war ein Wert von 1,2 Prozent.

Der Anstieg ist hauptsächlich den stärkeren Boeing-Aufträgen geschuldet ist, denn ohne den Transportsektor sind die Auftragseingänge leicht zurückgegangen, analysierten die Experten der Landesbank Helaba. „Mit der Datenveröffentlichung dürften die Zinssenkungserwartungen im Markt bestehen bleiben, wenngleich wir nicht mit einer Forcierung rechnen.“

Apple-Papiere stabilisieren sich

Bei den Einzelwerten rücken vor allem diejenigen Firmen in den Fokus, die von einer Eskalation des Handelsstreits besonders betroffen sind. Apple legte im Handelsverlauf zwei Prozent zu. Der iPhone-Hersteller hat in diesem Kampf der beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt viel zu verlieren.

China ist Apples drittgrößter Absatzmarkt mit einem Verkaufserlös von fast 52 Milliarden Dollar. Sollte es zu keiner Einigung kommen, dürfte in den nächsten Wochen oder Monaten auf viele Apple-Produkte ein Zoll in Höhe von zehn Prozent verhängt werden.

Auch die Aktien der Chiphersteller, die bei ihren Umsätzen stark auf China angewiesen sind, stiegen deutlich. Intel, Qualcomm legten leicht zu, Papiere des Entwickers AMD in der Spitze um über drei Prozent. Gleiches gilt für die Papiere des Flugzeugbauers Boeing.

Caterpillar-Aktien legten nach den deutlichen Verlusten vom Freitag wieder 1,7 Prozent zu auf 104 US-Dollar. Anleger befürchten, dass das Unternehmen sich einem vom Handelskrieg ausgelösten Konjunkturabschwung nicht entziehen werden kann. Die Anteile des Baumaschinenherstellers gelten als Indikator für die Weltwirtschaft. Auf Monatssicht beträgt das Minus 13 Prozent.

Die Papiere des Pharmaherstellers Celgene stiegen um 2,9 Prozent. Amgen kauft das Schuppenflechte-Mittel Otezla und räumt damit eine wichtige Hürde für die 74 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Celgene durch Bristol-Myers Squibb aus dem Weg. Die Bristol-Myers-Titel notierten rund drei Prozent fester. Die Anteilsscheine von Dish Network verteuerten sich um 3,8 Prozent. Zuvor hatte das Brokerhaus Raymond James die Aktie des Satellitenbetreiber auf „strong buy“ von zuvor „market perform“ hochgestuft.