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Trumps Ex-Mitarbeiter sind „radioaktiv, uneinstellbar“

Heißler, Julian
·Lesedauer: 3 Min.

Normalerweise gilt ein Job bei der US-Administration als Krönung des Lebenslaufs – doch was wird aus den Mitarbeitern, die für Trump gearbeitet haben?

Dan Scavino, Social-Media-Direktor des Weißen Hauses, fotografiert Präsidenten-Tochter Ivanka Trump in den frühen Morgenstunden in der Kolonnade vor dem Weißen Haus. Was wird aus den Trump-Alumnis? Foto: dpa
Dan Scavino, Social-Media-Direktor des Weißen Hauses, fotografiert Präsidenten-Tochter Ivanka Trump in den frühen Morgenstunden in der Kolonnade vor dem Weißen Haus. Was wird aus den Trump-Alumnis? Foto: dpa

Teagan Goddard ist Gründer von Political Wire und Political Job Hunt, einer Fachseite für die Stellenvermittlung im politischen Betrieb der USA

WirtschaftsWoche: Herr Goddard, ein Spitzenjob in einer US-Administration gilt als Krönung eines jeden Lebenslaufs und öffnet Türen zu Führungspositionen in der ganzen Wirtschaft. Dürfen sich auch die Alumni der Trump Administration Hoffnung auf eine erfüllende Anschlussverwendung machen?
Teagan Goddard: Das wird darauf ankommen, wo man gearbeitet hat. Angesichts der Ereignisse der vergangenen Wochen werden es Mitarbeiter sehr schwer haben, die in unmittelbarer Nähe des Präsidenten gearbeitet haben. Eine Funktion im Weißen Haus dürfte einem das Leben bei der Jobsuche derzeit eher erschweren – insbesondere, wenn man bis zum Schluss dabeigeblieben ist. Allerdings hatten es enge Mitarbeiter von Trump schon in den vergangenen Jahren schwer, gute Stellenangebote zu bekommen. Nach dem Sturm auf das Kapitol dürfte es für sie noch einmal komplizierter werden. Wenn nicht unmöglich.

Immer mehr Mitarbeiter verlassen wegen der Ereignisse der vergangenen Woche wenige Tage vor dem Ende der Amtszeit ihre Regierungsjobs. Kann das auf dem Arbeitsmarkt helfen?
Ich denke, dafür ist es zu spät. Wenn man so lange dabeigeblieben ist, dann kann das einen nicht mehr retten. Man gilt jetzt als Komplize eines Präsidenten, der sich weigert, ein demokratisches Wahlergebnis anzuerkennen und dessen Administration in zahlreichen Politikfeldern versagt hat. Historiker sagen ja bereits jetzt voraus, dass Trump als einer der schlechtesten Präsidenten in die Geschichte eingehen wird, die das Land je hatte. Das färbt ab.

Gilt das auch für Mitarbeiter aus anderen Teilen der Administration, die anders als die Belegschaft des Weißen Hauses einen gewissen Abstand zu Trump hatten?
Da wird es sehr auf die konkrete Funktion ankommen. Wenn man beispielsweise im Gesundheitsministerium gearbeitet hat und mit der Bekämpfung der Coronapandemie zu tun hatte, dann dürfte es angesichts der miserablen Ergebnisse sehr hart werden, etwas Anständiges zu finden. Für die Belegschaft des Finanzministeriums könnte das anders aussehen. Diese Behörde scheint nicht so sehr von Trump beschädigt worden zu sein.

Gibt es Wirtschaftsbereiche, in denen der Eintrag „Trump Administration“ im Lebenslauf trotz aller Kontroversen womöglich nicht schaden wird?
Ich denke, da wird es sehr auf die einzelnen Unternehmen ankommen. Manche Konzerne sind ja explizit politisch ausgerichtet. Da dürfte es gewisse Gelegenheiten geben. Hätten Sie mich vor einer Woche gefragt, hätte ich zudem gesagt: Wall Street. Aber jetzt, da sich mehrere große Banken eindeutig gegen den Präsidenten positioniert und beispielsweise Spenden an zahlreiche republikanische Politiker eingestellt haben, glaube ich nicht, dass sie noch mit dieser Administration in Verbindung gebracht werden wollen.

Gibt es für die betroffenen Mitarbeiter einen Weg zurück?
Im Moment sind zu zumindest radioaktiv. Uneinstellbar. Aber das könnte sich mit der Zeit ändern. Es gibt immer eine Möglichkeit, sich zu rehabilitieren. Ich würde nicht behaupten, dass es für sie auf alle Ewigkeiten unmöglich sein wird, an gute Jobs zu kommen. Aber ehemalige Führungskräfte im Weißen Haus hatten es schon vor den Ereignissen der vergangenen Woche schwer, gut zu landen. Nehmen Sie Trumps ersten Regierungssprecher Sean Spicer! Er hat Monate gebraucht, um überhaupt wieder einen Job zu finden. Und selbst als es ihm gelungen ist, war es nicht unbedingt das, was er sich angesichts seiner Erfahrung im Weißen Haus erhofft hatte. Diejenigen, die bis zum Ende an Trumps Seite geblieben sind, werden es noch deutlich schwerer haben.

Mehr zum Thema: Ein außer Kontrolle geratener Donald Trump könnte in seinen letzten Amtstagen noch viel Unheil stiften, warnt US-Ökonom Nouriel Roubini in einem Gastbeitrag.