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Trump-Team macht sich über Biden am Grab seines Sohnes lustig

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Ist das ein neuer Tiefpunkt? Kurz nachdem Joe Biden das Grab seines Sohnes besuchte, setzte Trumps Pressesprecher einen geschmacklosen Tweet ab.

Schon vor dem Wahltag am 3. November hatte Joe Biden das Grab seines Sohnes Beau mehrfach besucht, so auch am Morgen der Wahl. (Bild: REUTERS/Tom Brenner)
Schon vor dem Wahltag am 3. November hatte Joe Biden das Grab seines Sohnes Beau mehrfach besucht, so auch am Morgen der Wahl. (Bild: REUTERS/Tom Brenner)

In diesem US-Wahlkampf galt vieles nicht mehr, was vorher als moralischer Kompass beider Parteien Bestand hatte. Selbst vor dem verstorbenen Sohn Joe Bidens machte Donald Trumps Wahlkampfteam nicht Halt. Am Morgen des Wahltages hatte der demokratische Herausforderer das Grab seines Sohnes Beau auf dem Friedhof der Saint Joseph on-the-Brandywine in seinem Heimatort Wilmington im US-Bundesstaat Delaware besucht. Biden hatte in der Öffentlichkeit immer wieder über den Verlust seines ältesten Sohnes gesprochen. Beau Biden war 2015 im Alter von nur 46 Jahren an einem Hirntumor verstorben.

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Kurz nachdem der Herausforderer im Präsidentschaftswahlkampf dem Grab seinen Besuch abgestattet hatte, veröffentlichte Hogan Gidley seinen geschmacklosen Post. Der offizielle Pressesprecher von Trumps Wahlkampfteam versuchte sich in Doppeldeutigkeit: “Hey, weiß jemand, ob Biden schon einen “Deckel” drauf gemacht hat?”

Über 9000 Kommentare ließen Gidley wissen, was sie von seinem pietätlosen Wortspiel hielten. Viele gaben sich siegessicher, dass es ein letztes Aufbäumen der Trump-Anhänger sei, das sich in dem Tweet spiegele. “Suchst Du schon nach einem neuen Job?”, fragte ein User süffisant. Andere nahmen den Angriff auf Biden ernster. “Sich über einen Vater am Grab seines Sohnes lustig zu machen, ist sicher der sinnvollste Weg, noch ein paar Last-Minute-Stimmen einzusammeln”, meinte dieser User sarkastisch:

Andere User wiesen Gidley auf den Vergleich zwischen dem amtierenden Präsidenten und dem gläubigen Biden hin. “Er ist in der Kirche. Dein Typ ist noch nicht mal aus dem Bett gekommen, um seine Cartoon-Show bei Fox anzurufen.”

Einige Kommentatoren erinnerten Gidley an Trumps denkwürdigen Auftritt für ein Bibel-Foto in Washington, für das er Demonstranten mit Polizeigewalt vertreiben ließ.

Auch während die Stimmen am Mittwochmorgen noch ausgezählt werden und das Wahlergebnis weiterhin offen bleibt, hat das Trump-Team seine Attacken nicht zurückgefahren. Der Präsident selbst gibt sich siegesgewiss und warnt seine Anhänger auf Twitter ohne jeglichen belastbaren Hintergrund, dass die Demokraten versuchen würden, ihm die Wahl zu stehlen.

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