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Trump gibt sich nach vorzeitiger Stimmabgabe zuversichtlich

Jerome CARTILLIER
·Lesedauer: 2 Min.
US-Präsident Trump sprach vor Journalisten ohne Maske
US-Präsident Trump sprach vor Journalisten ohne Maske

Überschattet von einem Rekordwert bei den Corona-Neuinfektionen hat US-Präsident Donald Trump am Samstag im Bundesstaat Florida frühzeitig seine Stimme für die Präsidentschaftswahl abgegeben. "Ich habe für einen Typen namens Trump gestimmt", sagte Trump, als er das Wahllokal in West Palm Beach verließ. Sein Herausforderer Joe Biden und Ex-Präsident Barack Obama warfen dem Amtsinhaber vor, im Kampf gegen das Coronavirus versagt zu haben. 

West Palm Beach an Floridas Atlantikküste ist neben dem Weißen Haus Trumps offizieller Wohnort. Der Präsident machte wie bereits rund 55 Millionen US-Bürger vor ihm von der Möglichkeit Gebrauch, seine Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin am 3. November abzugeben.

Die Stimmabgabe Trumps wurde durch einen Tageshöchstwert bei den Corona-Neuinfektionen in den US überschattet. Die Gesundheitsämter verzeichneten am Freitag landesweit fast 83.000 neue Ansteckungen mit dem Virus. Experten befürchten, dass die Zahlen mit den sinkenden Temperaturen steigen werden.

Nach seiner Stimmabgabe standen für Trump Wahlkampfveranstaltungen in drei Bundesstaaten auf dem Programm. Bei seinem Auftritt vor Anhängern in North Carolina gab er sich trotz des Vorsprungs seines demokratischen Herausforderers Biden in den Umfragen zuversichtlich. Die US-Bürger hätten die Wahl zwischen einem Aufschwung unter seiner Führung oder einer "Depression" im Falle eines Wahlsiegs seines Rivalen Biden. Die Umfragen seien "viel besser als vor vier Jahren", betonte Trump.

Biden nutzte eine Wahlkampfrede am Samstag in Pennsylvania, um mit Trumps Corona-Krisenmanagement abzurechnen. "Das ist Trumps Präsidentschaft", sagte er mit Blick auf die mehr als 224.000 Corona-Toten in den USA. Trump behaupte noch immer, dass das Virus weggehe, "und dass wir lernen, damit zu leben". Tatsächlich verlange der Präsident aber, "dass wir uns darauf einstellen, daran zu sterben", sagte Biden. "Und das ist falsch."

Auch Ex-Präsident Obama warf Trump Versagen in der Corona-Krise vor. Die Vorstellung, dass das Weiße Haus etwas anderes getan habe, als es "komplett zu vermasseln", sei Unsinn, sagte Obama bei einer Rede in Florida. "Donald Trump wird uns nicht plötzlich alle beschützen. Er kann ja nicht einmal die grundlegenden Maßnahmen ergreifen, um sich selbst zu schützen", fügte der frühere Präsident mit Blick auf Trumps Corona-Infektion vor drei Wochen hinzu.

bfi