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Trump oder Biden: Diese Aktien könnten vom Wahlausgang profitieren!

Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Die Wahl zum wohl wichtigsten politischen Amt unserer Zeit steht knapp vor der Tür. Dabei stellt sich der amtierende republikanische Präsident Donald Trump seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Ungeachtet subjektiver Meinungen über Donald Trump sollte man sich als Aktionär objektiv mit dem Thema auseinandersetzen. Denn an der Börse gibt es definitiv keinen Platz für Emotionen und subjektive Einstellungen für die eine oder andere Person.

Zudem gibt es zweifelsohne Unternehmen und Branchen, die von einem Wahlsieg Trumps profitieren können. Im Gegensatz dazu könnte ein unerwarteter Sieg Bidens dazu führen, dass ganz andere Branchen gewinnen. Als Anleger sollte man sein Portfolio jedenfalls risikoneutral strukturieren, sodass es unerheblich ist, ob der eine oder andere Kandidat gewinnt. Daher zeige ich dir nun, welche Unternehmen und Branchen vom Wahlausgang profitieren könnten.

Diese Unternehmen profitieren von Trumps Wiederwahl

Zweifelsohne würden altbekannte Unternehmen aus der „Old Economy“ von einem Wahlsieg Trumps profitieren. Darunter fallen zum Beispiel Unternehmen wie General Motors, Caterpillar oder Deere & Company. Vor allem die letzten beiden Unternehmen erwähnte Trump des Öfteren bei Wahlkampfauftritten als amerikanische Paradeunternehmen.

Demnach könnte man davon ausgehen, dass eine Vielzahl an staatlichen Bauaufträgen bei Caterpillar landen werden. Dieser Effekt wird zudem durch die Auswirkung des Coronavirus verstärkt. Denn in diesen Zeiten obliegt es dem Staat, für einen Konjunkturaufschwung zu sorgen. Ideale Möglichkeiten sind somit Investitionen in notwendige Infrastruktur wie Schulen und Krankenhäuser.

Wenngleich die Erdölindustrie durch einen Nachfrageeinbruch im Rahmen der Corona-Krise schwer getroffen wurde, ist es durchaus vorstellbar, dass der Sektor von einem Präsidenten Trump profitieren könnte. Zwar hat der amerikanische Präsident nicht die Marktmacht, die Ölpreise über Nacht anzukurbeln, jedoch steht Trump dem Sektor zweifelsohne positiv gegenüber. Demnach könnte man davon ausgehen, dass der Wechsel von Erdöl zu alternativen und nachhaltigen Energiequellen unter Donald Trump deutlich langsamer und schwerfälliger ausfallen wird. Demgemäß könnten Unternehmen wie Exxon Mobil von einer Wiederwahl Trumps deutlich profitieren.

Eine weitere Branche, die von einer Wiederwahl Trumps profitieren dürfte, ist die gesamte amerikanische Rüstungsindustrie. Der Grund hierfür liegt klar in den Militärausgaben der einzelnen Parteien. So sind die Republikaner dafür bekannt, deutlich mehr für die Landesverteidigung im Budget zu veranschlagen. Zu den möglichen Profiteuren zählen somit Unternehmen wie Raytheon, Boeing und Northrop Grumman.

Diese Unternehmen profitieren von Bidens Wahl

Gleichwohl gibt es auch Unternehmen und Branchen, die sich über einen Wahlsieg Bidens freuen dürften. Dazu zählt unter anderem der breite Bereich der nachhaltigen Energie und Mobilität. Darunter fallen beispielsweise Betreiber von Windparks wie Brookfield Renewable, Hersteller von Solaranlagen und Modulen sowie bekannte Produzenten von elektrisch betriebenen Autos und Trucks wie Tesla. Vor allem Tesla könnte nachhaltig von einer Wahl Bidens profitieren, da sich unter ihm der Konflikt zwischen den USA und China etwas entspannen könnte. Dadurch könnte Tesla auf Erleichterungen im Zollstreit hoffen.

Ein möglicher Profiteur, den man zunächst nicht auf der Rechnung hätte, ist der Immobiliensektor. Genauer gesagt könnten sogenannte REITs (Real-Estate-Investment-Trusts) besonders von der Zurücknahme von Donald Trumps Steuererleichterung profitieren. Denn diese Immobilienunternehmen genießen besondere Steuererleichterungen, sofern sie über 90 % des Gewinns ausschütten. Durch Trumps Steuerbegünstigungen wurde dieser Wettbewerbsvorteil zu anderen Branchen deutlich gemindert, sodass REITs derzeit nicht mehr so attraktiv wie früher sind. Wenngleich die Rücknahme der Steuerbegünstigungen zu fatalen Kursverlusten am Aktienmarkt führen könnte, würden wohl Unternehmen wie Realty Income oder Prologis wettbewerbsfähiger werden.

Conclusio

Ob nun Trump oder Biden die besseren Karten für das Amt des Präsidenten hat, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Jedenfalls kann die Entwicklung des Aktienmarktes in den nächsten Wochen eine entscheidende Rolle spielen. Da der überwiegende Anteil der amerikanischen Bevölkerung in Wertpapiere für die Altersvorsorge investiert ist, ist die kurzfristige Entwicklung des breiten Marktes vor der Wahl oftmals das Zünglein an der Waage.

Demgemäß sinken die Chancen Trumps, wenn sich die derzeitige Korrektur an den Märkten fortsetzt oder gar noch an Momentum gewinnt. Eine interessante These in diesem Zusammenhang ist, dass sich dadurch sogar eine sogenannte „self-fulfilling prophecy“ entwickeln könnte. Denn es könnte sein, dass die Märkte derzeit in der Korrektur sind, weil das Szenario eines Präsidenten namens Biden eingepreist wird.

Demnach könnte die Angst der Finanzmärkte vor einer Wahl Bidens dazu führt, dass mehr und mehr Amerikaner Biden aufgrund schlechter Aktienkurse wählen. In weiterer Folge könnte dies dazu führen, dass Biden erst recht Chancen für das Weiße Haus hat, weil sich viele Marktteilnehmer vor diesem Szenario fürchten.

Nichtsdestotrotz solltest du als Aktionär versuchen, die Wahl so emotionslos wie möglich zu beobachten. Denn wer sein Portfolio richtig strukturiert, kann mit einem Präsident Trump und Biden gut leben.

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Michael besitzt Aktien von Exxon Mobil, Tesla und Realty Income. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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